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Harte Worte im Sprachkurs

Mann schlägt mit Fahrradschloss zu Harte Worte im Sprachkurs

In einem Sprachkurs sind zwei Männer dermaßen in Streit geraten, dass einer von ihnen nach dem Unterricht auf offener Straße mit einem Fahrradschloss zugeschlagen hat.

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LINDHORST / STADTHAGEN. Das Opfer erlitt Verletzungen am Hals und im Gesicht. Richter Andreas Feldhaus hat das Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung jetzt zwar vorläufig eingestellt. Im Gegenzug musste sich der 35-jährige Angeklagte in einem Prozess vor dem Amtsgericht Stadthagen jedoch verpflichten, 30 Stunden gemeinnützig zu arbeiten.

Das Motiv bleibt zunächst offen, der Sachverhalt ungeklärt, weil die jeweilige Darstellung der beiden Beteiligten in entscheidenden Punkten deutlich voneinander abwich. „Von dem, was der Zeuge gesagt hat, ist 90 Prozent Lüge“, meinte der Angeklagte, nachdem dessen Widersacher (28) mit seiner belastenden Aussage fertig war. Trotzdem stimmte er der Einstellung des Verfahrens zu.

Mutter beleidigt und Kette zerrissen

Fest steht, dass der Streit im Sprachkurs begonnen hatte, bevor die Situation etwa zwei Stunden später vor einem Geschäft in der Samtgemeinde Lindhorst vollends eskalierte. Das mutmaßliche Opfer erinnert sich, dass der Angeklagte, den er trotz allem „einen Freund“ nennt, ihn an jenem Vormittag im November gegenüber Sitznachbarn als „Esel“ bezeichnet habe. Mehr noch: „Er hat meine Mutter beleidigt. Dann sind wir aufgestanden und haben uns gezankt“, erzählt der 28-Jährige weiter. „Ich habe ihn aufs Ohr geschlagen, nachdem er mich an den Hals gefasst und meine Kette zerrissen hat.“

Andere Kursteilnehmer sollen dazwischen gegangen sein. Der Frieden hielt jedoch nicht lange, denn auf der Straße ging es weiter. Bereits beim Herausgehen will der jüngere Mann gesehen haben, dass der 35-Jährige auf ihn wartet. „Dann“, so der Zeuge, „hat er die Kette von seinem Fahrrad genommen und damit zugeschlagen.“ Das hätte böse ins Auge gehen können. Nach der Klopperei mochte der 28-Jährige nach eigener Aussage nicht mehr zum Unterricht gehen, um weiteren Streit zu vermeiden.

Er drohnte ihn "abzustehen"

Der Angeklagte erzählt die Geschichte anders. Er besteht darauf, dass der andere Mann ihn zuerst verbal attackiert und später aufs Ohr geschlagen hat, nachdem die Streithähne vorübergehend getrennt worden seien. „Ich bin hier, um zu lernen, und dieser Mensch belästigt mich.“ Auf der Straße soll der jüngere Mann danach sogar gedroht haben, ihn „abzustechen“. In dieser Situation – aus seiner Sicht offenbar Notwehr – will der 35-Jährige „das Ding in die Hand genommen und damit zugeschlagen haben, damit er mich nicht tötet“. Mit dem „Ding“ war das Fahrradschloss gemeint.

Aussage gegen Aussage. „Ohne weitere Zeugen zu hören, können wir nicht mit Sicherheit aufklären, was richtig ist“, fasste Richter Feldhaus zusammen. Das möchte der Angeklagte nicht. Er zieht es vor, gemeinnützig zu arbeiten. Im Fall eines Schuldspruchs hätte ihm eine Strafe gedroht. ly

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