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Kahlschlag für die Schönheit

Neugestaltung Kahlschlag für die Schönheit

Rund um das Ottenser Mausoleum herrscht zurzeit Kahlschlag. Das Areal um das denkmalgeschützte Gebäude soll aber bereits im kommenden Jahr neu gestaltet werden.

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Rund um das Mausoleum in Ottensen sind die Bäume gefällt worden, um neue Grünflächen anzulegen.

Quelle: bab

Ottensen. Der Besitzer des Grundstücks, Carsten Hausser, plant die neue Grünanlage in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde. „Es wird wirklich schön werden“, verspricht Hausser.

 Dass Fichten und Pappeln rund um den Backsteinbau aus den fünfziger Jahren überhaupt weichen mussten, hat zweierlei Gründe, wie Hausser angibt. Die Bäume wiesen zum einen Schädlingsbefall auf, zum anderen haben Wind und Sturm Äste abgerissen, die teilweise schon auf das Dach des sanierten Mausoleums gefallen waren.

 Lindhorsts Gemeindedirektor Jens Schwedhelm und der stellvertretende Bürgermeister Holger Mensching, der zusammen mit Hausser die Planungen macht, bestätigen, dass das Mausoleum durch die teils maroden Bäume gefährdet war. Eigentlich seien die Bäume nicht sehr wertvoll gewesen, aber dadurch, dass sie an dem Standort bereits lange standen und sich sozusagen ein relevantes Biotop entwickelt hatte, musste die gesamte Maßnahme mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt werden. Auch die Denkmalschutzbehörde ist involviert.

 Bei dem Gebäude handelt es sich um einen Bau mit Seltenheitswert, meint die Schaumburger Gästeführerin Sophie Mensching, die das Denkmal nicht nur aus Gründen ihrer Tätigkeit gut kennt. Auch als Ottenserin hat sie Interesse, dass das Grabmal seine Würdigung erfährt. „Dort sind immer noch zwei Särge drin“, sagt sie. Bestattet wurden dort Karoline Philippson und ihr Bruder Wilhelm Wenthe. Karoline war die Frau des jüdischen Bauherren Oskar Philippson. Dieser sei ab 1928 Inhaber der Ottenser Ziegelei gewesen. Er habe für den Bau sogenannte Fehlbrandsteine verwendet. „Das wird wohl einen Grund gehabt haben“, sagt sie, denn schließlich hätte er die besten Ziegel zur Verfügung gehabt. Oskar Philippson selbst sei in Hannover beerdigt worden, wie Sophie Mensching weiß.

 Eine viel größere Besonderheit sei aber die siebeneckige Form des Mausoleums, die sehr selten sei und sicher eine symbolische Bedeutung habe, weil die Sieben als mystische Zahl gelte. Ein weiteres Charakteristikum ist das Zeichen auf dem Dachfirst aus Davidstern und Kreuz, das offensichtlich die Verbindung der christlich-jüdischen Ehe symbolisiert.

 Dieses alles soll nun künftig viel anschaulicher werden durch die neue Bepflanzung, die den Blick auf das Gebäude nicht versperren soll. Dabei wird auch die Zahl Sieben wieder eine Rolle spielen. Dreimal sieben Obstbäume sollen Weg und Grundstücksrand säumen, wie Holger Mensching berichtet. Hausser will außerdem an der Nordseite eine Hecke pflanzen und im Osten wieder eine Tannenschonung anlegen. bab

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