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Kaufhaus mit Kultstatus

Bockelmann sucht Nachfolger Kaufhaus mit Kultstatus

Das Haushaltswarengeschäft Bockelmann in Lindhorst sucht in Schaumburg seinesgleichen. Vom Kochtopf über den Schraubenzieher bis zu Kinderspielzeug und Einmachgläsern ist der Laden an der Bahnhofstraße breit gefächert sortiert. Bei den Kunden der Samtgemeinde Lindhorst hat das mehr als 100 Jahre alte Kaufhaus schon fast Kultstatus.

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Bunte Sommer-Accessoires in allen Variationen säumen zum Saisongeschäft den Eingang von Bockelmann.

Quelle: bab

LINDHORST.  „Da kriegt man fast alles“, heißt es. Doch die Warenvielfalt, die sich im Laufe der Jahre immer wieder geändert hat, bedeutet auch einen hohen Aufwand, sagt Inhaber Gerhard Werz, der das Geschäft 1993 von Heinrich Bockelmann übernommen hatte. „Es gibt nicht mehr viele, die so einen Arbeitsaufwand betreiben würden“, glaubt er. Den Bestand zu kontrollieren, zu pflegen und aufrecht zu erhalten koste viel Zeit.

Zwei Festangestellte und neun Aushilfen sorgen dafür, dass der Laden läuft. Sie kommen alle aus der Umgebung und seien auch in ihrer Freizeit „Bockelmann-Botschafter“. Werz ist noch ein Kaufmann vom alten Schlag, der Kundenwünsche groß schreibt und auch die Goldene Hochzeit der Angestellten nicht vergisst. Zu dem feierlichen Anlass überreicht er einen dicken Blumenstrauß.

Als Großhandelskaufmann war Werz eigentlich in der Lebensmittelbranche tätig, bevor er sich auf das neue Terrain begab und führte den kleinen Edeka-Laden, der zuvor neben dem Haushaltsgeschäft lag und nun eine Eisdiele beherbergt. Im kommenden Jahr kann der 66-Jährige schon sein Bockelmann-Jubiläum feiern, dann werden es 25 Jahre als Inhaber.

Da Werz bereits 51 Jahre im Arbeitsleben steht, schaut er sich nun langsam nach einem Nachfolger um. An den Gerüchten, Bockelmann schließe die Pforten, sei nichts dran, sagt Werz. „Bockelmann macht nicht zu“, versichert der gebürtige Schleswig-Holsteiner.

2018 werden es 110 Jahre seit Gründung des Geschäfts. 1908 habe der Vater von Heinrich Bockelmann es aufgebaut und hauptsächlich Öfen und ähnliches verkauft, die dieser selbst noch ausgeliefert habe. Wenn es sein musste auch bei Eis und Schnee mit einem Schlitten. Nach dem Zweiten Weltkrieg habe es dann sogar Lebensmittel bei Bockelmann gegeben. Aber hauptsächlich umfasste das Sortiment Dinge aus dem Baubedarf. Heinrich Bockelmann habe sich vor allem auf Handwerksgroßgeräte wie Bohrmaschinen und ähnliches konzentriert. Über die Jahre und mit dem Aufkommen von Super- und Baumärkten wurde das Angebot in Lindhorst immer wieder verändert.

Unter der Leitung von Werz ist sowohl die Kinderspielabteilung als auch die Postagentur eingerichtet worden. Das übrige Sortiment unterliegt auch weiterhin einer ständigen Überprüfung, sodass einige Waren über die Zeit auch hinausfallen. „Ich muss nicht fünf verschiedene Sorten Spaten anbieten“, erklärt Werz, der auch die Kinderschlitten in der Wintersaison auf die Streichliste gesetzt hat. Außerdem erfüllen die Mitarbeiter ohnehin Wünsche, die über den Bestand hinausgehen und bestellen bei Bedarf die entsprechenden Produkte. Die Kunden wissen das zu schätzen.

 „Weil es nah ist und man hier Kleinigkeiten kriegt und alles erledigen kann“, kauft ein Kunde aus Beckedorf gerne bei Bockelmann. Bei seinem jüngsten Einkauf wurde er auf der Suche nach einem Fahrradschloss fündig. Günter Reese aus Lindhorst, der einige Messingwinkel besorgen musste, ist auch froh, dafür nicht nach Stadthagen fahren zu müssen.

Bockelmann hat viele Stammkunden, doch höre man oftmals „wir waren schon überall, bei Bockelmann gibt’s das doch endlich“. Im Vergleich zu den Großen sei es als kleiner Akteur schwierig, sich zu behaupten. Saisonware könne Bockelmann nicht in den Mengen und zu den Preisen einkaufen wie die Konkurrenz. Doch auch nach 51 Jahren als Geschäftsmann treibt den 66-Jährigen immer noch der Wunsch an „vieles möglich zu machen“. bab

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