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Lindhorst Kreativteam will mehr Natur
Schaumburg Lindhorst Lindhorst Kreativteam will mehr Natur
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00:26 26.03.2018
Storchpaare brüten vor allem dort, wo das Nahrungsangebot stimmt. Quelle: pr.
LINDHORST

Böhnke, der Leiter des Kreativteams des HGV ist, schlug bei der Jahresversammlung des Vereins vor, den Ort in dieser Hinsicht wieder attraktiver zu machen.

Auf den Fotos, die Böhnke in einer Lindhorster Facebook-Gruppe gefunden hat, sind Bäume zu sehen, die zum Umbau der Bahnhofstraße weichen mussten. Auch die Hecke, die den Parkplatz am Markt abgrenzte, ist aus dem Ortsbild verschwunden. Der Leiter des Kreativteams ging zudem auf die alte Eiche ein, die durch mutwillige Zerstörung durch Unbekannte letztlich Anfang dieses Jahres gefällt werden musste. „Aus den einst so grünen Straßen in Lindhorst sind Asphaltwüsten geworden“, klagte Böhnke darüber, dass das verschwundene Grün nicht ersetzt worden ist.

Er schlug zudem vor, dem Beispiel aus der Samtgemeinde Sachsenhagen zu folgen, in der erfolgreich mehrere Storchennester gebaut worden seien, in denen jetzt Paare brüten. „Die Bürger finden es gut“, sagte Böhnke, der sich so eine Aktion auch für Lindhorst vorstellen kann. Er habe bereits mit dem Landesvorsitzenden des Nabu, Holger Buschmann, gesprochen. „Wir konnten ihn vollends überzeugen“, sagte Böhnke. Ebenso stünden Teile der Verwaltung und der Politiker in Lindhorst hinter dem Projekt.

Bedingungen schaffen und optimieren

Das HGV-Mitglied erläuterte, dass nach Absprache mit dem Nabu das Projekt zu 85 Prozent Zuschüsse bekommen könnte. Die Kosten für so einen Nestbau würden bei rund 2000 Euro liegen. Böhnke warb bei der Sitzung dafür, dass der HGV den Rest tragen sollte. Einen Platz hat das HGV-Mitglied ebenfalls schon im Blick. Auf dem alten Feuerwehrhaus in Lindhorst könnte ein Nest entstehen. Sein Vortrag kam beim Vorsitzenden gut an. „So etwas entspricht dem Kreativ-Team“ lobte Torsten Schmidt die Idee.

Eckhard Seidel, Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe Samtgemeinde Sachsenhagen, hat das dortige Projekt begleitet. Die Chancen für eine erfolgreiche Ansiedlung sei von vielen Faktoren, vor allem aber vom Nahrunsangebot abhängig, sagte er auf Nachfrage. Letztlich suchten sich die Störche selbst aus, wo sie sich niederlassen. Man könne aber die Bedingungen dafür schaffen und optimieren. Elf Nester seien inzwischen in der Samtgemeinde Sachsenhagen belegt. Seidel könnte sich vorstellen, dass Lindhorst für die Vögel ebenfalls interessant sein könnte, weil der Ort nicht sehr weit entfernt von den üblichen Nahrungsquellen der Störche liege. bab

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Kommentar von Babette Jakobs

Aufwertung für Ort und Handel

Zurecht bemängelt der Vorsitzende des Kreativteams vom Handel- und Gewerbeverein Lindhorst das Verschwinden von Bäumen und anderem Grün in der Ortsmitte. Das haben seine „Vorher-Nachher-Fotos“ eindrücklich gezeigt. Deshalb ist der Vorstoß von Michael Böhnke auf jeden Fall zu begrüßen. „Ich weiß nur nicht, was uns das bringen soll“, sagte ein HGV-Mitglied, das allerdings selbst nicht in Lindhorst wohnt, am Rande der Sitzung. Bringen könnte es zum Beispiel, dass Besucher und Kunden sich auf den Bänken, die der HGV aufstellen will, auch niederlassen. In attraktiver Umgebung isst man unter Umständen auch ein zweites Eis, bleibt nach dem Besuch des Schwimmbades noch auf eine Pizza und erledigt Besorgungen. Wenn dann vielleicht noch ein bewohntes Storchennest das Interesse auswärtiger Besucher weckt, kann sich dass letztlich nur positiv auf den Ort und damit auch auf das Geschäftsleben auswirken.