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Lindhorst droht Ärzte-Notstand

Praxis steht zum Verkauf Lindhorst droht Ärzte-Notstand

Die Hausarztversorgung in der Gemeinde Lindhorst steht auf wackeligen Beinen. Das Haus am Grünen Weg, in dem Jörg Bode (47) seine Praxis hat, steht zum Verkauf. Eigentümer ist Justus Pahlow, der dort bis zu seinem Ruhestand im Sommer 2014 eine Gemeinschaftspraxis mit Bode geführt hat. Verlässt mit Bode nun einer der letzten Hausärzte die Gemeinde Lindhorst?

Lindhorst. Wie Bode erzählt, hat ihn die Nachricht eiskalt erwischt. Von der Maklerin erfuhr er Ende des Jahres von dem geplanten Verkauf. Die Praxis, die für 328 500 Euro im Internet angeboten wird, selbst zu kaufen, kommt für den Allgemeinmediziner nicht infrage. Als Mieter der Praxis im Untergeschoss würde er indes gerne bleiben. Was den Mediziner wurmt: Er selbst hatte seit zwei Jahren geplant, an die Bahnhofstraße über die dortige Zahnarztpraxis zu ziehen. Kurz vor der Umsetzung dieses Vorhabens stellte sich aber heraus, dass die an der Bahnhofstraße ansässige Gynäkologin ihre Praxis erweitern möchte. Das würde mit Bodes Praxisplänen kollidieren. So stellte dieser sein Vorhaben wieder ein, um der Ärztin nicht im Weg zu stehen. Mit Pahlow habe er abgemacht, dass er als Mieter am Grünen Weg bleibe. Durch den geplanten Verkauf ist jetzt alles wieder offen. „Ich würde sehr gerne bleiben“, sagt Bode, der sich als einer der letzten Hausärzte der Gemeinde verantwortlich fühlt. Würde er nun auch noch wegziehen, drohe „ein Notstand“ in Lindhorst, meint er. Seit dem Weggang von Pahlow und einer weiteren Assistenzärztin habe er 50 Prozent mehr Patienten. Lange habe er versucht, einen neuen Arzt für die Gemeinschaftspraxis zu finden, und vor Kurzem hätte er es fast geschafft. Stefan Pump aus Seggebruch, der aktuell noch in Frankfurt praktiziert, hat sogar schon bei Bode hospitiert. Aber dann, erzählt der 47-Jährige, habe ihm die Gemeinde Nienstädt angeboten, nach Sülbeck zu kommen. Ab August wird Pump dort die alte Praxis an der Ringstraße übernehmen.

Alternative Praxisräume in Lindhorst zu finden, hält Bode für schwierig, denn eine komplett neue Inneneinrichtung zu finanzieren, könne er sich nicht leisten. Wenn die Samtgemeinde das übernehmen würde, könne er bleiben. Ansonsten müsste er sich wohl in Richtung Hannover orientieren und dort eine neue Gemeinschaftspraxis suchen. Wieweit sich die Samtgemeinde finanziell beteiligen könnte, falls Bode tatsächlich eine neue Praxis braucht, dazu wollte Samtgemeindechef Andreas Günther nichts sagen. Er bestätigte aber, dass man im Rahmen der Möglichkeiten bemüht sei zu helfen. Pahlow bestätigt, die Immobilie verkaufen zu wollen. Noch gebe es keinen Interessenten. Er hofft aber, dass auch künftig eine Arztpraxis bestehen bleibt. kil

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