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Lindhorster Rat wehrt sich gegen Einflussnahme

Ausweisung von Vorrangflächen für Windenergie Lindhorster Rat wehrt sich gegen Einflussnahme

Die versuchte Einflussnahme des Vereins Bürgerenergiewende auf Ratsmitglieder hat in der Gemeinde Lindhorst für Ärger gesorgt.

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Für viel Wirbel sorgen in Lindhorst die geplanten Vorrangflächen für Windräder.

Quelle: dpa

Lindhorst. Nach Angaben von Bürgermeister Hans-Otto Blume sollten die Lokalpolitiker davon abgebracht werden, für eine kritische Stellungnahme zur Änderung des Flächennutzungsplanes zu stimmen. Erfolg hatte die „befremdliche Lobbyarbeit“ (Blume) indes nicht.

Die Ratsmitglieder sprachen sich einstimmig dafür aus, die Bedenken der Gemeinde gegenüber der Ausweisung von Vorrangflächen für Windkraft auf Lindhorster Gebiet mitzuteilen. Von den anwesenden Lokalpolitikern enthielt sich nur Heinz-Dieter Lauenstein (SPD) der Stimme.

Blume betonte, die kritischen Anmerkungen hätten nichts damit zu tun, dass Lindhorst für oder gegen die Energiewende sei. „Wir sind es unseren Bürgern einfach schuldig, die Entwicklungsmöglichkeiten unserer Gemeinde zu sichern.“

Wie berichtet, fühlen sich die Lindhorster durch die geplante Änderung des Flächennutzungsplanes von Konzentrationsflächen für Windenergie „umzingelt“. Deshalb fordert die Gemeinde in ihrer Stellungnahme:

dass zwischen zwei Vorranggebieten der Windenergienutzung mindestens fünf Kilometer Abstand liegen müssen,

dass Lindhorst durch die Ausweisung weiterer Vorrangflächen in den Nachbargemeinden nicht eingekreist werden darf,

dass die Abstandsradien zur Wohnbebauung auf 1000 Meter erhöht werden,

dass artenschutzrechtliche Konflikte wirksam vermieden werden.

Die kritische Haltung gegenüber dem Plan der Samtgemeinde zieht sich durch alle Fraktionen des Lindhorster Rates. „Wenn wir dem so zustimmen würden, müssten wir es hinnehmen, die Ausweitung der Gemeinde zu verhindern“, erklärte Manfred Richter (CDU). Cerstin Bayer (SPD) meinte zwar, grundsätzlich für regenerative Energien zu sein, „aber ich habe auch eine Verpflichtung gegenüber den Bürgern. Wir haben zu wenig Wohnraum für diejenigen, die hier leben oder zuziehen wollen. Meine Priorität liegt nicht darin, investitionsfreudigen Bürgern eine Rendite zu verschaffen.“ Dem hatte auch Stefanie Sonnekalb-Unruh (Grüne) nichts hinzuzufügen. ber

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Hinse schämt sich für Votum - Grüner versteht Ablehung seiner Ratskollegen nicht

Matthias Hinse, Lindhorster Ratsherr von Bündnis 90/Die Grünen, schämt sich für die Haltung des Lindhorster Gemeinderates zu der Ausweisung von Vorrangflächen für Windenergie. In einer Presseerklärung hat er sich zu der Lindhorster Stellungnahme zur siebten Änderung des Flächennutzungplans der Samtgemeinde geäußert, da er aus beruflichen Gründen nicht an der Ratssitzung teilnehmen konnte, wie er berichtet.
„Wir sind grundsätzlich für Windenergie aber bitte nicht bei uns!“, sei die Meinung des Gemeinderates, „für die ich mich genauso schäme wie für die Stellungnahme des Rates“, schreibt Hinse in seiner Pressemitteilung. Spätestens die Nuklearkatastrophe am 11. März 2011 in Fukushima habe seine Haltung zur Kernenergie verändert.
In rund sieben Jahren solle das letzte Atomkraftwerk in Deutschland vom Netz gehen. Dazu brauche es also eine Energiewende und ein Bestandteil dieser Energiewende sei die Windkraft. „Dass 30 Kilometer entfernt in Grohnde ein altes störanfälliges Atomkraftwerk steht, macht mir mehr Angst als Windräder vor der Nase bei meinen Ratskollegen scheint es genau andersherum zu sein“, argumentiert Hinse.  r

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