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Lindhorsts Gemeindedirektor legt Amt nieder

Unerwartet Lindhorsts Gemeindedirektor legt Amt nieder

Völlig unerwartet hat Lindhorsts Gemeindedirektor Jens Schwedhelm in der Lindhorster Ratssitzung sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Der Grund: Sein hauptamtlicher Posten als Kämmerer der Samtgemeinde Lindhorst verlange seinen vollen Einsatz. Der Rat muss nun einen Nachfolger suchen.

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Jens Schwedhelm

Quelle: bab

LINDHORST. „Geschockt“ hat CDU-Fraktionschef Heinrich Widdel darauf reagiert. SPD-Sprecher Horst Schimmelpfennig als offizieller Vertreter Schwedhelms war ebenso wie Bürgermeister Hans-Otto Blume und Samtgemeindebürgermeister Andreas Günther bereits zwei Stunden vor der Sitzung über diesen Schritt informiert worden.

 „Ich bin hauptamtlich in der Samtgemeinde Lindhorst als Fachbereichsleiter Finanzen beschäftigt.“ Dieser Posten verlange den vollen Einsatz, „der es aus meiner Sicht nur schwer oder vielleicht in dieser Kombination generell nicht ermöglicht, das Amt in einem entsprechenden Umfang auszuführen, wie es in einer Gemeinde der Größenordnung Lindhorsts erforderlich wäre“, umriss Schwedhelm die Gründe. So sei er nach reiflicher Überlegung zu dem Schluss gekommen, das Amt zum 31. August 2017 aufzugeben und sich voll auf seine hauptberufliche Tätigkeit in der Samtgemeinde zu konzentrieren. Außer dem Posten des Kämmerers hat der 52-Jährige noch die Position des Allgemeinen Vertreters des Samtgemeindebürgermeisters inne.

Kalt erwischt

 „Wir bedauern das sehr“, sagte Schimmelpfennig, der sich im Namen der Fraktion für die Leistungen des Gemeindedirektors bedankte. „Ich bin total geschockt“, reagierte jedoch Widdel. Er hätte erwartet, dass Schwedhelm diesen Schritt im Vorfeld ankündige, damit der Rat sich vorbereiten könne. „Ich bin ein bisschen unglücklich“, gab Widdel zu. Auch Andreas Kobel (Bündnis 90/Die Grünen) war irritiert. „Was ist ab morgen?“, fragte er. Der fraktionslose Matthias Hinse (Die Linke) reagierte gelassen. „Das kann gut für dich sein“, wandte er sich an Schwedhelm und signalisierte Verständnis dafür, dass die Doppelbelastung viel Stress bedeute. Das Szenario für einen Wechsel auf dem Gemeindedirektorposten sei von der Politik „schon lange durchgespielt worden“.

 Die SPD-Mehrheitsfraktion hat es dennoch kalt erwischt. „Zurzeit sehen wir noch keinen am Horizont, der bereit wäre, das zu machen“, sagt Schimmelpfennig auf Nachfrage. Schwedhelm hat Bürgermeister Blume zwar ein Schreiben übergeben, in dem er um die Entlassung aus dem Beamtenverhältnis des Gemeindedirektors bittet, dies müsse aber durch Ratsbeschluss bestätigt werden. Fände sich niemand für das Amt, könnte der Ball wieder an Schwedhelm zurückgespielt werden, gibt Schimmelpfennig mit Blick auf die Verwaltungsrichtlinien zu bedenken. Der Allgemeine Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters kann demnach dazu verpflichtet werden, den Job zu machen. Schwedhelm könne dem höchstens entgehen, wenn dieser auch die Vertretung Günthers abgebe.

Nachfolger im Visier

 Dazu soll es aber nicht kommen, deshalb werde sich der Verwaltungsausschuss Mitte September zusammensetzen und nach Lösungen suchen. Der Posten könne zwar auch an jemanden aus dem Rat übertragen werden, sagt Schimmelpfennig, er halte es jedoch für vernünftig, wenn es eine Person sei, die Erfahrungen in der Kommunalverwaltung habe. Es müsse nun nach entsprechenden Kandidaten geschaut werden. Wichtig sei, dass die Beschlüsse umgesetzt werden und Lindhorst handlungsfähig bleibt.

 Die CDU ist optimistisch, dass die Personalie zeitnah geklärt werden kann. „Wir haben schon Ideen“, sagt Widdel, der keine Namen nennen möchte, weil die Fraktion mit den entsprechenden Personen noch nicht habe sprechen können. Den Christdemokraten fielen dabei geeignete Kandidaten aus der Verwaltung ein, aber auch externe Personen. „Es geht immer weiter“, ist Widdel sicher, bald zu einer Lösung zu kommen.  bab

Mehr als elf Jahre für die Gemeinde

Jens Schwedhelm ist erstmals am 1. Januar 2006 zum Gemeindedirektor der 4400 Einwohner starken Gemeinde Lindhorst ernannt worden. Während seiner Amtszeit sind in Lindhorst mehrere große Projekte umgesetzt worden. Die Bahnhofstraße wurde ausgebaut, die Park&Ride-Anlage am Bahnhof eingerichtet und die Zukunft des Kindergartens auf neue Füße gestellt. Er selbst hält sich zugute, dass er in seiner Amtszeit die Höhe der Kassenkredite von seinerzeit 1,5 bis 1,7 Millionen Euro auf unter eine halbe Million verringert hat. Schwedhelm ist verheiratet, hat zwei Kinder und wohnt in Hülsede.  bab

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