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Medicus kauft Schlecker-Gebäude

Lindhorst Medicus kauft Schlecker-Gebäude

In der Gemeinde Lindhorst tut sich was. Das seit mehr als drei Jahren leer stehende Gebäude der insolventen Drogeriekette Schlecker hat einen neuen Besitzer. Der ambulante Pflegedienst Medicus hat das Gebäude an der Bahnhofsstraße gekauft. Zur Medicus- Gruppe gehört auch die Alten- und Pflegeeinrichtung Gümmerscher Hof.

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Das ehemalige Gebäude der insolventen Drogeriekette Schlecker ist nun im Besitz des Pflegedienstes Medicus.

Quelle: vr

Lindhorst. „Was genau in das Gebäude rein soll, ist noch in der Planung“, sagt Jens-Peter Berndt. Der Medicus-Geschäftsführer erklärt, dass die Räume ebenfalls Senioren dienen sollen – voraussichtlich werde es in Richtung Pflege und Wohnen gehen.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite droht allerdings schon ein neuer Leerstand: Mit dem Schreibwarenhandel Mosaik ist am 30. Juni Schluss – zumindest für Inhaberin Heidemarie Kramer. Die 62-Jährige möchte den Laden aus „Rentengründen“ nicht mehr weiterführen und stattdessen lieber Zeit mit ihrem Ehemann verbringen. „Ich höre nur schweren Herzens auf und habe mir extra ein festes Datum gesetzt, damit ich keinen Rückzieher mache“, erzählt Kramer. Einem Nachfolger würde sie ihre Erfahrungen gerne weitergeben. Bisher gebe es zwei Interessenten.

Unterm Strich sieht Lindhorsts Gemeindedirektor Jens Schwedhelm die Entwicklung der Versorgungsmöglichkeiten in Lindhorst als gut an. Er verweist auf eine Grundzentrenstudie der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hannover, nach der die gesamte Verkaufsfläche im Jahr 2013 in Lindhorst 6865 Quadratmeter betrug. Somit ergab sich eine Verkaufsfläche von 0,86 Quadratmeter je Einwohner, bei einer Einwohnerzahl von 7854. Konkrete Zahlen über die aktuelle Entwicklung der Leerstände und Verkaufsfläche will Schwedhelm zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen. Jedoch berichtet er, dass es derzeit nur zwei Leerstände in Lindhorst gebe.

Die Fahrschule gegenüber des Rathauses und das Gebäude neben dem Grill-Imbiss stünden momentan noch leer, sagt der Gemeindedirektor. Beide Häuser befinden sich ebenfalls an der Bahnhofstraße. „Der Onlinehandel ist ein Problem“, sagt Schwedhelm und erläutert, dass dies jedoch generell Schwierigkeiten in den ländlichen Bereichen verursache. Kleinere Läden hätten es oft schwer, mit den Versandhäusern im Internet zu konkurrieren.

Dennoch sei der periodische Bedarf – Waren wie Nahrungsmittel, Zeitschriften und Drogerieartikel – ortsnah an der Bahnhofstraße sowie mit den Supermärkten im Gewerbegebiet gut abgedeckt. Auch im Bereich des aperiodischen Bedarfs – Gebrauchsgüter für den mittel- und langfristigen Bedarf, wie Bekleidung und Elektronikgeräte – weise Lindhorst eine gute Versorgung auf. Nach den Worten des Gemeindedirektors ist die Grundversorgung also gegeben.

Allerdings weiß er auch: „Besser geht immer.“ Zum Beispiel: „Ein Drogeriemarkt wäre wünschenswert“, findet Schwedhelm. Doch einen Betreiber zu finden, sei schwierig. Zum einen sei für größere Anbieter die Größe des Ladens wichtig, zum anderen in welchem Umkreis sich andere Betreiber befinden und wie viele potenzielle Käufer es gibt.

Als generell positiv stuft der Gemeindedirektor den Ausbau der Ortsdurchfahrt und die „Park and Ride“-Anlage ein. Das seien wesentliche Faktoren, die das Erscheinungsbild und den Standort der Gemeinde verbessert hätten. So würden auch viele Pendler in den heimischen Geschäften einkaufen. vr

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