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Lindhorst Obduktion: Junge starb am Schütteltrauma
Schaumburg Lindhorst Lindhorst Obduktion: Junge starb am Schütteltrauma
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00:26 22.03.2018
Quelle: dpa
LINDHORST

Der 23 Jahre alte Lindhorster steht nach Angaben der Bückeburger Staatsanwaltschaft in dringendem Tatverdacht, sein eigenes Kind derart misshandelt zu haben, dass der Junge an den Verletzungen am Hirn starb. Die Behörde spricht von einem Schütteltrauma.

Fluchtgefahr

Der festgenommene Vater wurde nach Antrag der Staatsanwaltschaft dem Haftrichter vorgeführt. Dieser sah den Haftgrund der Fluchtgefahr gegeben. Dafür gesprochen hat nach Angaben von Staatsanwalt Nils-Holger Dreißig das zu erwartende Strafmaß. Denn sollte dem 23-Jährigen die Tat nachgewiesen werden, geht der Lindhorster für mindestens fünf Jahre ins Gefängnis. Seit Wochen sitzt der junge Mann in der Justizvollzugsanstalt.

Den Tatverdacht untermauert auch die Obduktion des Säuglings, bei der ebensolche Spuren sichergestellt werden konnten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist der Junge noch nicht beigesetzt worden.
Derweil laufen die Ermittlungen nicht nur gegen den Vater, sondern auch gegen die Mutter, eine 21 Jahre alte Lindhorsterin. Bei ihr spricht die Behörde von einem Anfangsverdacht. Beide haben einen Verteidiger an ihrer Seite. Über den Juristen haben die Beschuldigten auch Einsicht in die Ermittlungsakte.

Persönlichkeitsschutz

Ob die Familie zuvor vom Jugendamt in irgendeiner Weise betreut wurde, will Dreißig vor dem Hintergrund des Persönlichkeitsschutzes nicht sagen. Auf die Frage hin, warum die Ermittler die Öffentlichkeit über das mutmaßliche Tötungsdelikt nicht direkt informiert hatte, gab Dreißig ebenfalls den Persönlichkeitsschutz der Beschuldigten an, da besonders die Mutter noch sehr jung sei.

Krankenhaus hat die Polizei verständigt

Wo der Säugling nach der intensivmedizinischen Versorgung starb, will der Behördensprecher aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Auch wer das Kind in das Krankenhaus eingeliefert hat, ob die Eltern selbst oder aber Angehörige, will der Staatsanwalt nicht sagen. Eines steht aber fest: Vom Krankenhaus ist die Polizei verständigt worden.

Versuchter Totschlag

Zur Anklage wird es wohl in ein bis zwei Monaten kommen. Da der Beschuldigte in Untersuchungshaft sitzt, wird das Verfahren beschleunigt behandelt. Derweil würden aber noch Zeugen vernommen. Kommt es zum Prozess, muss sich der 23-Jährige wegen des dringenden Verdachtes auf versuchten Totschlag sowie Misshandlung Schutzbefohlener verantworten. Ob die Mutter auch auf der Anklagebank sitzen wird, müssen die Ermittlungen ergeben.
Für Dreißig ist es nach eigenen Angaben der erste Fall in seiner Dienstzeit in Schaumburg. In den vergangenen sechs Jahren sei ihm kein ähnlicher Fall untergekommen. vin