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Lindhorst Oberschule kann den Standort schwächen
Schaumburg Lindhorst Lindhorst Oberschule kann den Standort schwächen
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19:54 02.09.2011
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Lindhorst (gus). Ina Korter, schulpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, kritisierte, dass die Landes-CDU nach Jahren der Blockadehaltung gegenüber der IGS zunächst „Häppchenweise“ neue Gesamtschulen zugelassen habe und nun mit der Oberschule eine zusätzliche Schulform einführe. Dies sei auch vor dem Hintergrund zurückgehender Schülerzahlen nicht nachvollziehbar.

Noch unverständlicher ist für Korter, dass die beiden Schulformen ungleich behandelt werden: Für eine IGS seien umfangreiche Berechnungen von Jahrgangsstärken nötig, für eine Oberschule – bestehend aus Real- und Hauptschulbereich – genüge eine simple Hochrechnung. Die Wünsche der Eltern nach langem gemeinsamem Unterricht und der Option auf einen Gymnasialzweig würden nicht erfüllt.

Korter bezeichnete die Oberschule als Zwischenstation, die einen Schulstandort schwächen könne. In Schleswig-Holstein habe man beispielsweise selbst in CDU-geführten Landkreisen Gesamtschulen gegenüber Oberschulen bevorzugt, weil erstgenannte Schulform ein gymnasiales Angebot habe. Die hohe Zahl an Oberschulgründungen in Niedersachsen hänge vor allem mit der üppigen personellen und materiellen Ausstattung solcher Schulformen zusammen.

Grünen-Kreischefin Marion Lenz betonte, dass sich die Grünen im Kreistag für nur eine neue IGS eingesetzt haben – und zwar in Lindhorst. In das dortige Gebäude seien zuletzt drei Millionen Euro investiert worden. Der Schulstandort sei für die Samtgemeinde enorm wichtig. Deshalb habe die Grünen-Kreistagsfraktion einen Antrag auf eine Gesamtschule für Lindhorst gestellt, der gescheitert sei. Jetzt soll dort eine Oberschule eingerichtet werden.

Grünen-Samtgemeindebürgermeister-Kandidat Matthias Hinse, der die Veranstaltung moderierte, sagte, es sei für ihn selbstverständlich, dass seitens der Samtgemeinde alles für eine IGS Lindhorst getan werde. Günter Kasulke nannte das Festhalten der Kreis-SPD an zwei Standorten neuer IGS in Schaumburg – Rinteln und Lindhorst – „dogmatisch“.

Laut Karoline Tietjen, Didaktische Leiterin der IGS Obernkirchen, ist die Fluktuation an der Hauptschule vor allem wegen „Wiederholern“ derart groß gewesen, dass nach den Sommerferien in manchen Klassen nur noch eine Handvoll „alter Gesichter“ übrig war. Eine Klassengemeinschaft habe nicht existiert. Eine IGS biete allen Schülern eine schulische Heimat, was den Schulstandort sichere. Damit würde Lindhorst als Wohnort attraktiver. Und sie eröffne „Spätstartern“ bessere Chancen, einen guten Schulabschluss zu schaffen. Die Schulempfehlung spiele an einer IGS kaum eine Rolle.

Klage mutig, aber langwierig

Nach Meinung Ina Korters ist es mutig, dass der Landkreis Schaumburg gegen das Land Niedersachsen klagt. Dies tun ansonsten noch zwei weitere niedersächsische Kreise. Der parteilose Samtgemeindebürgermeister-Kandidat Klaus Illmer befürchtete, dass der Klageweg lange dauern kann. Eltern wünschten sich eine schnellere Lösung.

Korter rief die Wähler auf, bei der Kommunalwahl diejenigen zu wählen, die klipp und klar für eine IGS Lindhorst eintreten: die Grünen. Eine landkreisübergreifende Gesamtschule sei zwar möglich, biete sich für Lindhorst aber nicht an. Eine Zweigstelle der IGS Schaumburg in Lindhorst nannte Korter eine „Notlösung“, die ein Drittel des Potenzials liegen lasse.

Kritik erntete die CDU von Korter dafür, dass diese zwischenzeitlich auch Ausnahmen für vierzügige IGS signalisiert habe. Seitdem die Oberschule aus dem Hut gezaubert worden sei, habe es aber keine einzige Ausnahme von der Fünfzügigkeit gegeben.

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