Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Lindhorst Räume zum Teil nicht bewohnbar
Schaumburg Lindhorst Lindhorst Räume zum Teil nicht bewohnbar
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 29.12.2017
Anzeige
Lindhorst

Offenbar fehlt dem Schaumburger Immobilienbesitzer das Geld für die Reperaturen. Im Kinderzimmer ist die Außenwand feucht, die Familie kommt gegen den Schimmel nicht an. Die beiden Jungs im Kitaalter schlafen seit einem Monat im Wohnzimmer. Dort schläft auch ihre Tante, denn seit ihrem Einzug kann sie ihr Schlagzimmer nicht heizen, da das Fenster so verzogen ist, dass ein Finger breit Luft hereinzieht. Immerhin zahlt das Jobcenter für das Zimmer der Tante nun keine Miete mehr, da es als nicht bewohnbar gilt (siehe Kasten).

 „Die Familie leidet sehr unter den Umständen“, schildert Michael Grams, der die Familie ehrenamtlich zusammen mit seiner Frau Inge Haberer unterstützt. Die Omars sind vor rund zwei Jahren aus dem Irak geflüchtet. Vater, Mutter und drei kleine Kinder, dazu die Schwester des Vaters. Grams zufolge ist die Familie gut integriert, die Kinder besuchen den Kindergarten und lernen Deutsch. Die Wohnung ist sehr sauber und ordentlich, doch die Mängel können sie nicht selbst beheben.

 Die Kommunikation mit dem Vermieter und dessen Verwalterin übernimmt meist Grams, da die Deutschkenntnisse der Familie dafür nicht ausreichen. Grams findet das Verhalten des Vermieters überhaupt nicht akzeptabel. Mehrfach habe dieser mitgeteilt, sich um die Mängel zu kümmern, wenn er wieder Geld hätte.

Unmöglicher Ton

Der Vermieter gibt im SN-Gespräch zu, die Mängel noch nicht behoben zu haben, weil das Geld fehlt. Dass das nicht richtig ist, sehe er ein. Aber den Ton, den Grams in seinen Emails anschlägt, findet er unmöglich. Das sei für ihn „kein vernünftiges Miteinander“. Er betont, dass er die Wohnung kurzfristig und so schnell es ging für die Omars bereitgestellt habe, nachdem Grams auf ihn zugekommen war. Er findet, dass er dafür auch ein wenig Entgegenkommen erwarten könnte, nicht nur Vorwürfe. Es ist ihm wichtig, klarzumachen, dass man es als Vermieter auch nicht immer leicht habe. Mit der Wohnung der Omars habe er nur Pech gehabt. Menschen, die keine Miete gezahlt und Mietnomaden, die alles im Chaos verlassen hätten. Nur, weil man ein Haus besitzt, bedeute das nicht, dass man gleich reich ist, meint der Schaumburger. Auch als Immobilienbesitzer müsse man sehen, dass man über die Runden kommt.

 Nichtsdestotrotz gibt er auf Nachfrage unserer Zeitung an, sich kümmern zu wollen. Einige Tage danach bekommt die Familie eine Nachricht: Ein neues Fenster sei bestellt, und solle im Januar eingebaut werden. Wegen des Schimmelbefalls soll sich die Familie mit einem Malermeister in Verbindung setzen. Nun hoffen die Omars, dass dies nicht wieder nur leere Versprechen sind. kil

Welche Rechte haben Mieter?

Die Lindhorster Familie leidet unter den Mängeln. Muss der Vermieter sich um die Schäden, wie das kaputte Fenster und den Schimmel, kümmern?
Für einen Sprecher des Mieterbundes Deutschlands ist das „ein klarere Fall“: „Der Vermieter muss die Schäden beheben.“ Es sei seine Aufgabe, dass die Wohnung bewohnbar ist. Und dazu gehöre auch, dass man im Winter vernünftig heizen kann.

Welche Möglichkeiten haben Mieter in solchen Fällen?
Man kann eine Mietminderung verlangen. Zudem kann man dem Vermieter eine Frist setzen: Werden die Mängel nicht bis zu einem gewissen Zeitpunkt behoben, können Mieter selbst Handwerker beauftragen – auf Kosten des Vermieters. In diesem Fall sollte man sich vorher unbedingt beraten lassen, zum Beispiel vom Mieterbund. Wenn das Jobcenter die Miete zahlt, sei es in der Praxis oft schwieriger, denn dann müsse man das Amt dazu bewegen, Handwerker zu beauftragen. kil

Anzeige