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Schleiereulen statt Starkstrom

Schöttlingen / Trafo-Häuschen Schleiereulen statt Starkstrom

Drei junge Schleiereulen sitzen in ihrem Nistkasten unter dem Giebel des ehemaligen Schöttlinger Trafo-Häuschens und blinzeln verwundert in die unerwartete Helligkeit, als Dieter Wagner vorsichtig die Klappe öffnet. Anfang Juni sind sie aus ihren Eiern geschlüpft, und schon bald werden sie ihr Nest verlassen.

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Die drei jungen Schleiereulen sind fast flügge.

Schöttlingen (lmh). Der Naturschutzbund (Nabu) hat in viel Eigenleistung den 15 Meter hohen Turm entsprechend seines neues Zweckes hergerichtet. Um den Nistkasten an dem vorhandenen Einflugsloch anbringen zu können, mussten die Naturschützer in luftiger Höhe einen Zwischenboden einziehen. „Der Nistkasten ist 50 Zentimeter lang, 50 Zentimeter breit und 70 Zentimeter hoch“, erklärte Wagner, der das Schleiereulen-Projekt des Lindhorster Ortsvereins betreut.

Mitunter warte man zehn Jahre darauf, dass die Eulen die Brutstätten annehmen. In Schöttlingen seien die Bedingungen für die Vögel aber offenbar gut. „Letztes Jahr haben wir den Nistkasten eingerichtet“, so Barbara Winter vom Nabu-Vorstand. „Im Herbst tat sich noch nichts, aber im Frühling waren dann tatsächlich Eier da.“

In den vergangenen schneereichen Wintern hätten es die Eulen nicht leicht gehabt, erzählte Wagner. Die Mäuse blieben unter der Schneedecke, und die Vögel litten an Nahrungsknappheit. Viele seien verhungert. Umso mehr freut sich der Nabu über den Schöttlinger Nachwuchs der bedrohten Tierart.

„Eigentümer des Geländes ist der Landkreis“, so Vorsitzender Manfred Krause. Die alten Hochleitungen gebe es nicht mehr, die Technik sei komprimierter geworden. „Beim Landkreis war bekannt, dass wir ehemalige Trafo-Häuschen für den Artenschutz nutzen“, erklärte Krause die neue Karriere des Gebäudes.

Mit etwas Glück bekommen die Schleiereulen bald neue Nachbarn. Krause plant, die Lüftungsgitter seitlich des Turms zu öffnen und Fledermauskästen anzubringen. „Dafür ist allerdings eine Hebebühne nötig“, erklärt er die Schwierigkeit. Auch ein zweiter Nistkasten für Schleiereulen auf der anderen Seite des Turms wäre denkbar.

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