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Stimmen befehlen, Feuer zu legen

Landgericht Bückeburg Stimmen befehlen, Feuer zu legen

Ein Geständnis hat ein Feuerwehrmann abgelegt, der im Keller eines Mehrfamilienhauses, in dem er wohnte, ein Feuer gelegt haben soll. Die Staatsanwältin beantragte eine Freiheitsstrafe für den Lindhorster, die zur Bewährung ausgesetzt werden soll, wie auch die Unterbringung in der Psychiatrie.

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Symbolbild

Quelle: DPA

LINDHORST/BÜCKEBURG. Nachdem er das Feuer gelegt haben soll, setzte der Feuerwehrmann anonym einen Notruf ab und fuhr mit den Kameraden zum Löschen raus. Vorher warnte er noch Mitbewohner, dass es im Haus brenne. Dies hat der 25-Jährige am Freitag vor dem Landgericht in Bückeburg gestanden, wo er sich wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung verantworten muss.

Staatsanwältin Karin Dubben hat daraufhin eine einjährige Freiheitsstrafe beantragt, die ebenso zur Bewährung ausgesetzt werden soll wie die Unterbringung des Angeklagten in der geschlossenen Psychiatrie. Der 25-Jährige, der Mitte März mit einer Psychose in eine Wunstorfer Klinik gekommen war, wäre damit wieder ein freier Mann.

In der ursprünglichen Anklageschrift wird er noch als Gefahr für die Allgemeinheit eingestuft. Zwischenzeitlich ist ein vom Gericht bestellter psychiatrischer Gutachter sinngemäß zu dem Schluss gekommen, dass von ihm keine Gefahr ausgeht, wenn er Auflagen und Weisungen bekommt. Das Urteil der 1. Großen Jugendkammer soll am kommenden Mittwoch verkündet werden.

Stimmen befahlen es

Die Brandstiftung in Lindhorst, bei der ein Schaden von rund 15.000 Euro entstanden war, hatte sich am ersten Weihnachtsfeiertag des Jahres 2012 ereignet. Zum Motiv sagte der Angeklagte, er habe eine Matratze angezündet, um Anerkennung von seinem Vater zu bekommen. „Man wird anders gesehen, wenn man eine Uniform anhat“, erklärte er. Erleben wollte der Lindhorster außerdem „dieses Gefühl, den Puls von null auf 100 zu kriegen“. Nachdem der Brand gelöscht war, kam einige Tage später beim Blick in den Keller ein Gefühl von Katzenjammer auf: „Es sah schrecklich aus, die Fenster waren eingeschlagen, alles stank nach Rauch.“

Im August 2016 lebte der mutmaßliche Brandstifter in Hameln. Auch im Keller dieses Hauses zündelte er und setzte ein Holzregal in Brand. Der Schaden: rund 10.000 Euro. In diesem Fall will er Stimmen gehört haben, die ihm befohlen hätten, das Regal anzuzünden. In seiner polizeilichen Vernehmung hatte der Verdächtige allerdings ein anderes Motiv zu Protokoll gegeben: „Ich war ganz allein und hilflos. Ich wollte einfach nur Aufmerksamkeit.“ Zuvor soll sich seine Freundin von ihm getrennt haben.

Wo der Brandstifter 2016 gerade dabei war, in Hameln reinen Tisch zu machen, gestand er die mehrere Jahre zurückliegende Tat in Lindhorst gleich mit. Der Grund für den Sinneswandel: „Sie hatten meine Fingerabdrücke. Da habe ich gedacht: Mach reinen Tisch. Hinterher ging es mir besser.“ Damals sei ihm klar geworden: „Lügen ist uncool, das bringt nichts.“ In der Feuerwehr war er während seiner Hamelner Zeit nicht. „Ich hatte eine Ablehnung bekommen“, erzählt der Angeklagte.  ly

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