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Trachten bergen noch einige Rätsel

Archivierung Trachten bergen noch einige Rätsel

Der Trachtenverein Lindhorst hat rund 300 Mitglieder und 55 bis 60 Tänzer sowie zusätzlich 40 Kinder, die in Tracht auftreten. Wann immer die Aktiven sich in der Oesterten Tracht präsentieren, ziehen sie die Blicke auf sich. Der Herr der Trachten im Vorstand des Vereins ist Gunnar Heine. Er hat nicht nur ein umfangreiches Wissen über die typischen Kleidungsstücke der Landbevölkerung von einst, sondern sich auch deren Archivierung zum Ziel gesetzt.

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Gunnar Heine zeigt ein besticktes Tuch aus dem Fundus der Lindhorster Trachtengruppe. 

Quelle: bab

Lindhorst (bab). „Weit mehr als 1000“ Stücke seien es allemal, meint Heine. Er glaubt, dass am Ende sogar 2000 bis 3000 zusammenkommen könnten, denn der Fundus ist über die Jahre durchaus stark gewachsen. Vom Schlips bis zum Handschuh wird jedem Kleidungsstück eine eigene Nummer eingenäht. Dabei hat Heine Helferinnen, die sich beim Knütte-Abend zusammengefunden haben und die Signaturen in die Trachten heften. Dann wird das entsprechende Stück noch fotografiert, im Computer registriert und beschrieben, in säurefreies Seidenpapier eingeschlagen und verstaut.
Das ist die grundsätzliche Prozedur, zu der Heine pro Teil rund fünf Minuten benötigt. Je mehr aber über die Tracht und deren Trägerin bekannt ist, desto mehr Details werden dem einzelnen Artikel hinzugefügt. „Es ist wichtig, dass wir wissen, was wir an Teilen haben“, sagt der Lüdersfelder. Noch besser sei allerdings, wenn etwas über deren Herkunft und die Trägerinnen bekannt sei, „wo sie geboren sind, auf einem großen Hof oder einer kleinen Stelle“. Dann könne in 50 Jahren noch nachvollzogen werden, warum die eine Tracht schöner und aufwendiger gestaltet ist als die andere. Ansonsten kann Heine über die Trägerinnen oft nur nur spekulieren.
Da die Männer in Schaumburg ihre Tracht erheblich früher abgelegt hatten als die Frauen, gebe es davon wesentlich weniger Stücke als von den Damen. Nur bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts kleideten sich die Herren noch traditionell. So hat Heine eines der großen Rätsel noch nicht gelöst: Was trugen die Burschen bei Minusgraden im tiefsten Winter? Denn die dünne Leinenjacke habe wohl kaum Schutz vor Kälte geboten. Auch Kindertrachten sind rar. „Die Kinder wurden oft nicht so schick gemacht“, erklärt der Experte der Trachtengruppe. Nur ungefähr 20 Originale seien im Fundus des Vereins untergebracht.
Manches Band oder mancher Schal muss dann und wann auch durch neues Material ersetzt werden. Der Verein hat Kontakte zu Tuchmachern in Frankreich hergestellt, die solche Textilien herstellen. Die Trachtengruppe nimmt aber nach wie vor gerne Stücke aus alten Beständen und kauft sogar noch Teile. „Nichts in die Altkleidersammlung geben“, sagt Heine. Das Erhalten der heimischen Trachten sei unter anderem Vereinszweck der Trachtengruppe. 

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