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Unbürokratisch helfen

Lindhorst / Schulfonds Unbürokratisch helfen

Mal braucht ein tschetschenischer Junge neue Sportschuhe, mal reicht das Geld bei alleinerziehenden Eltern nicht für einen Klassenausflug – dort setzt der Schulfonds an, der sich aus Spenden speist, die der Verein „Wir für soziale Gerechtigkeit“ seit fast zehn Jahren bereitstellt.

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Dietmar Buchholz verwaltet den Schulfonds. 

Quelle: pr.

Lindhorst. Gerade erst musste Dietmar Buchholz, Lehrer und Verwalter des Fonds, wieder bei Matthias Hinse, Sprecher der Initiative, um mehr Geld bitten. Der Topf war leer und gerade in den Monaten vor Weihnachten finden viele Ausflüge und Veranstaltungen statt. Der Bedarf an Unterstützung wächst, die Spendenbereitschaft dagegen nicht unbedingt, weiß Hinse zu berichten.

Zwischen 1000 und 2000 Euro jährlich stehen Buchholz zur Verfügung, um Schülern und Eltern schnelle und vor allem unbürokratische Hilfe zu bieten, wenn der „Geldschuh“ drückt. Dabei handelt es sich um Anschaffung rund um die Schule. Warme Kleidung, Sportsachen oder Ausflüge – alles, was den Schülern die Teilnahme am Schulleben ermöglicht, sagt Buchholz.

Was dem Lehrer besonders wichtig ist: „Hier muss sich keiner offenbaren.“ Wer um Hilfe bittet, müsse keine Verdienstbescheide oder sonstige Unterlagen vorlegen. Das Angebot laufe auf Vertrauensbasis.

Anders als das Bildungspaket richtet sich der Schulfonds an Kinder von Eltern, die keine regelmäßigen Leistungen vom Staat erhalten – überwiegend Flüchtlinge, schildert Buchholz. Außerdem bekommen die Schüler Unterstützung, deren Eltern kurzzeitig in einer finanziellen Klemme stecken. Die Palette an persönlichen Schicksalen sei breit und die ökonomischen Rahmenbedingungen in Lindhorst seien nun mal nicht einfach – „Hier leben nicht nur Leute, die die Taschen voller Geld haben“, betont der Lehrer.

Rund 30 bis 40 Kinder profitieren jährlich von den Spenden. Die Zahl ist Hinse und Buchholz zufolge in den vergangenen Jahren gestiegen. Das Bildungspaket federe zwar einiges ab, der Bedarf an unbürokratischer Hilfe verschwinde dadurch aber nicht. Einen Großteil der Hilfe suchenden macht die wachsende Zahl der Kinder mit Flüchtlingsstatus aus, sagt Buchholz. Die Dunkelziffer der Kinder und Familien, die Unterstützung gebrauchen könnten, glaubt er, sei dagegen noch höher, denn vielen Eltern sei es zu unangenehm, bei Buchholz um Hilfe zu bitten. Darum halten auch die Lehrer die Augen offen, um Alarm zu schlagen, sobald sie merken, dass es einem Kind an irgendetwas fehlt.

Der Schulfonds, so Buchholz, sei eine gute Lösung, um kurzfristige Hilfe in Sachen Schulausstattung zu ermöglichen. Leider sei dies aber oft nur ein kleiner Baustein in einer Reihe von vielen Problemen, mit denen manche Kinder und besonders Flüchtlinge konfrontiert seien, erklärt er. „Vor Kurzem kam ein zehnjähriges Mädchen zu uns, die noch nie zu vor in einer Schule gewesen war.“ Bei solchen Problemen müsse die Schule dann improvisieren so gut es eben geht.  kil

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