Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
„Was Sie getan haben, war großer Mist“

Bewährungsstrafe „Was Sie getan haben, war großer Mist“

Dem 25-Jährigen, der 2012 im Keller eines Mehrfamilienhauses in Lindhorst Feuer gelegt hatte, bleibt die geschlossene Psychiatrie erspart. Das Landgericht in Bückeburg hat zwar eine entsprechende Unterbringung angeordnet, diese aber zur Bewährung ausgesetzt.

Voriger Artikel
In 66 Tagen um die halbe Welt
Nächster Artikel
Leon (11) auf großer Fahrt

LINDHORST/BÜCKEBURG.. „Was Sie getan haben, war großer Mist“, machte Richter Norbert Kütemeyer dem Angeklagten klar.

Nun kommt der frühere Lindhorster in eine stationäre Einrichtung, lebt auf freiem Fuß, arbeitet in einer Werkstatt und wird mit Medikamenten behandelt, wenn die Ärzte dies für erforderlich halten. Der Heimplatz stünde sofort zur Verfügung.

Ohne engmaschige Betreuung und Behandlung geht von dem Angeklagten eine erhebliche Gefahr für die Allgemeinheit aus. Zu diesem Schluss kommt ein psychiatrischer Gutachter, der dem 25-Jährigen unter anderem eine Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis attestiert. Durch Behandlung mit Psychopharmaka hatte sich der Zustand des Patienten, der seit März in einer Klinik lebte, zuletzt deutlich gebessert.

Zur Tatzeit war die Steuerungsfähigkeit des Mannes dem Gutachten zufolge erheblich eingeschränkt. Schuldunfähig war er jedoch nicht. Wegen Sachbeschädigung in zwei Fällen verhängte die 1. Große Jugendkammer deshalb außerdem eine zehnmonatige Bewährungsstrafe. Verurteilt wurde der Angeklagte nach Jugendstrafrecht, weil er an jenem ersten Weihnachtsfeiertag des Jahres 2012 noch Heranwachsender war.

Von Brandstiftung geht die Kammer nicht aus, weil das Haus selbst nicht gebrannt hatte. Der Täter hatte im Keller eine Matratze angezündet. Dass er das Gebäude in Brand setzen wollte, nehmen die Richter ebenfalls nicht an. „Es war nicht zu erwarten, dass das massive Steinhaus abbrennen würde“, so Richter Kütemeyer.

Zum Motiv hatte der Angeklagte selbst erklärt, er habe Anerkennung von seinem Vater gewollt. Deshalb hatte er sich in der Feuerwehr engagiert. Nach der Tat fuhr der Lindhorster nach eigenen Angaben mit den Kameraden zum Löschen raus (wir berichteten). Zuvor hatte er eine Nachbarin auf den Brand hingewiesen und anonym einen Notruf abgesetzt.

Zulasten des 25-Jährigen wertete die Kammer, dass erheblicher Schaden am Gebäude und eine Gefahr für die Gesundheit der darin wohnenden Menschen entstanden seien. In Lindhorst lag der Sachschaden bei rund 15 000 Euro.

Im August 2016 lebte der psychisch kranke Mann dann in Hameln und zündelte erneut – wiederum im Keller eines Hauses, in dem er damals wohnte. Diesmal entstand ein Sachschaden in Höhe von etwa 10000 Euro. Nach der Hamelner Tat legte der Täter ein umfassendes Geständnis ab.  ly

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Eine gute Tradition findet regelmäßig ihre Fortsetzung – die „Aktion Weihnachtshilfe“. In der Vorweihnachtszeit rufen die Schaumburger Nachrichten unter dem Motto „Schaumburger helfen Schaumburgern“ jedes Jahr zu Spenden für bedürftige Menschen im Landkreis auf. mehr

Schaumburg