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Werbung für Multitalente

Zu Besuch bei Rübenbauern Werbung für Multitalente

Jeder Mensch verzehrt im Durchschnitt etwa 18 bis 20 Kilogramm Zucker im Jahr. Dafür werden so viele Zuckerrüben benötigt, wie auf vier mal vier Metern Acker wachsen.

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Henrik Brunkhorst und Sophia-Christina Sahlfeld zeigen auf einem Feld in Ottensen, was in der Zuckerrübe steckt.

Quelle: kil

Ottensen . Diese und weitere Infos sind auf den neuen Schildern zu lesen, die Rübenbauern zusammen mit Zuckerfabriken und dem Dachverband Deutscher Rübenanbauer aufstellen. Dabei sind auch die Schöttlinger Landwirte Henrik und Hartmut Brunkhorst.

 Ziel dieser Aktion sei es, auf die Rübe „als Multitalent“ aufmerksam zu machen und den Spaziergängern anschaulich zu erklären, wie produktiv die Rübe ist, erklärt Sophia-Christina Sahlfeld vom Zuckerrübenanbauerverband Niedersachsen-Mitte. Zusammen mit Junglandwirt Henrik Brunkhorst hat sie jetzt ein solches Schild auf einem Rübenfeld in Ottensen aufgestellt. Auf rund 5,5 Hektar wachsen dort mehr als 500000 Zuckerrüben.

Der Hof Brunkhorst ist Mitglied im Verband und liefert seine Rüben an die Nordzucker-AG. Im rund 50 Kilometer entfernten Nordstemmen werden die Rüben verarbeitet. Auf der Größe eines Fußballfeldes (rund 500 Quadratmeter), erklärt der junge Landwirt, ernten sie etwa 40 Tonnen Rüben. Daraus werden später rund acht Tonnen Zucker gewonnen. „Die Rübe passt gut in die Region“, sagt Brunkhorst. Ein trockenes Frühjahr und ein warmer, feuchter Sommer begünstigen den Anbau.

 

Sahlfeld betont, wie nachhaltig der Rübenanbau in Deutschland sei. Die Rübe werde zu hundert Prozent verwertet – zu Zucker, Futtermittel und Kalkdünger. Zudem erfolge die gesamte Produktion von der Aussaat bis zum fertigen Produkt nach strengen Kriterien. Auch die Landwirte müssten ihre Arbeitsprozesse genauestens dokumentieren.

Bewegung in den Rübenmarkt bringt die geplante Liberalisierung des Rübenmarktes ab 2017. Dann läuft die Rübenquote aus, die dafür gesorgt hat, dass nur eine bestimmte Menge an Rüben in Europa angebaut werden darf, erklärt Henrik Brunkhorst. Damit falle auch der EU-weite Mindestpreis weg, den die Landwirte für ihre Rüben bekommen. Das bedeute wiederum, dass sich die Preise am Weltmarkt orientieren werden. Bislang bekam der Landwirt etwa 36 Euro für eine Tonne Rüben. Nach den neuen Verhandlungen werde der Preis voraussichtlich auf 30 Euro sinken. Dennoch wollen Brunkhorsts an der Rübe festhalten. Durch höhere Erträge werde man diesen Verlust wohl kompensieren können, sagt der Junglandwirt.

 

Wie sich der Rübenanbau in Schaumburg und darüber hinaus langfristig entwickeln wird, hängt nach Ansicht von Hartmut Brunkhorst auch von der Gesellschaft ab. Wenn die Produktionsmethoden nicht nach wissenschaftlichen Kenntnissen, sondern nach ideologischen Beweggründen bestimmt werden, sieht er schwarz für die Bauern. Denn wenn Produktionsmittel – Brunkhorst nennt Glyphosat als Beispiel – wegfallen, würden die deutschen Bauern in der europa- und weltweiten Konkurrenz verlieren. Sahlfeld ergänzt: Was einheitliche Richtlinien betrifft, gebe es in Europa längst kein Gleichgewicht.

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