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Zahlen und Bilanzen bestimmen Klinikpläne

Lindhorst Zahlen und Bilanzen bestimmen Klinikpläne

Viele Fragen zum neuen Klinikum in Vehlen hatten die Besucher des Heimatabends in Lindhorst. Die Ortsgemeinschaft Lindhorst des Schaumburg-Lippischen Heimatvereins hatte den technische Leiter des Agaplesion Evangelisches Klinikum Schaumburg, Dirk Hahne, in das Dorfgemeinschaftshaus Hof Gümmer eingeladen.

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Dirk Hahne berichtet im Hof Gümmer über den Klinikbau in Vehlen.

Quelle: bab

Lindhorst. Hahne stellte den Gebäudekomplex und dessen Ausgestaltung vor und umriss den gesundheitspolitischen Rahmen, in dem sich Krankenhäuser wirtschaftlich aufstellen müssen.

Zunächst hatten sich die Gäste im Café zum Pferdestall versammelt, um das Neueste über das neue Klinikum zu erfahren. Weil die Besucher sehr zahlreich erschienen waren, entschied sich Vorsitzender Klaus Kutil zum Umzug in den Saal des Dorfgemeinschaftshauses, wo Hahne mithilfe einer Beamer-Präsentation den mehr als 40 Besuchern die Einzelheiten zum Neubau vorstellte.

Hahne berichtete, dass aus wirtschaftlichen, medizinischen und gesundheitspolitischen Gründen Krankenhäuser geringer Größe keine Überlebenschance mehr haben. Die Abrechnungsmodalitäten, die laut Hahne „politischer Wille“ sind, wurden von den Lindhorstern mit „Schwachsinn“ und „das gibt’s doch alles nicht“ kommentiert. Verwundert waren die Gäste im Hof Gümmer vor allem über die Fallzahlen, die den Häusern quasi vorgeschrieben werden. „Besteht da nicht die Gefahr, dass man da ein paar Knie mehr einbaut?“, fragte ein Besucher.

Die Tatsache, dass Patienten, ihre Krankheiten und Behandlungen vorwiegend unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten beurteilt werden, gefiel den Lindhorstern wenig. Sie haben Bedenken, dass Leistungsdruck und Sparzwang auf das Pflegepersonal durchschlagen. Die technische Ausstattung möge ja prima sein, es gehe aber auch um das soziale Klima in dem neuen Klinikum, meinten die Zuhörer. „Das Personal anderer Häuser wird mitgenommen“, antwortete Hahne, der einräumte: „bis auf 45 Köpfe“. Von denen wisse man noch nicht, wie diese untergebracht werden sollen. Die Tarifverträge von konfessionellen und öffentlichen Trägern unterschieden sich außerdem nicht sehr stark.

Den Lindhorstern schmeckte auch nicht, dass im Klinikum nicht vor Ort gekocht wird. Das Essen komme laut Hahne vorbereitet, aber nicht gar vermutlich aus Rothenburg/Wümme und wird im Klinikum servierfertig gemacht. „Das passt hinten und vorne nicht, dass das Essen durch halb Deutschland gekarrt wird“, meinte eine Zuhörerin.

Auf Unverständnis stieß außerdem, dass die 550 Parkplätze in Vehlen kostenpflichtig sein sollen und die Lindhorster sorgen sich über die Erreichbarkeit. Obwohl der Nahverkehr nicht in der Macht der Bauherren liege, wolle er die Befürchtungen weitergeben, versprach Hahne. bab

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