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Der Wolf breitet sich aus

Jagdverbände beobachten Zuwachs Der Wolf breitet sich aus

„Der Wolf wird kommen“, ist Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN), sicher. Mithilfe einer Powerpoint-Präsentation demonstrierte er am Donnerstag im Restaurant „Zum Dicken Heinrich“ in Lüdersfeld die Entwicklung der vergangenen Jahre und wagte einen Ausblick. „Da läuft eine Welle auf uns zu, die die wenigsten in ihrer Intensität erkannt haben.“

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Helmut Dammann-Tamke sieht den Wolf auf dem Vormarsch.

Quelle: bab

Lüdersfeld (bab). Dammann-Tamke war ebenso wie der Präsident des Deutschen Jagdverbandes, Hartwig Fischer, auf Einladung des CDU-Bundestagsabgeordneten Maik Beermann aus dem Wahlkreis Schaumburg-Nienburg nach Lüdersfeld gekommen. Und wie Beermann feststellte, waren 170 interessierte Gäste ebenfalls vor Ort, um den Ausführungen zu folgen. „Mit soviel Ansturm hatte ich gar nicht gerechnet“, sagte Beermann.
Ansturm könnte auch das Szenario genannt werden, dass Dammann-Tamke für die Zukunft prognostiziert. So werde nicht nur ein Wolf kommen, sondern sich ganze Rudel bilden. 2014 habe es deutschlandweit 31 nachgewiesene Wolfsrudel gegeben. Im Jahr 2000 sei es ein einziges gewesen. Fünf Rudel lebten derzeit in Niedersachsen mit wachsender Tendenz. Der LJN-Präsident rechnet mit einer „enormen Dynamik in der Population“, die in kurzer Zeit schon dazu führe, dass die Zahl der Rudel anwachse.
Bisher siedeln die Wölfe in fünf Bundesländern. Niedersachsen und Schleswig-Holstein seien die einzigen westlichen Bundesländer, in denen das Tier sich zurzeit ausgebreitet habe. „Für mich steht außer Frage, der Wolf kommt hervorragend mit den Lebensbedingungen klar, deshalb wird er sich weiter und mit zunehmendem Tempo ausbreiten.“
Rund acht Individuen bilden laut Dammann-Tamke ein Rudel. Nach nahezu zwei Jahren verlassen die jüngeren die Gruppe auf der Suche nach einem Partner und einem eigenen Revier. Nahrung finde der Wolf in den Wildbeständen Deutschlands genügend, zudem gebe es überall ungeschützte Nutztierbestände.
Nach Meinung von Dammann-Tamke sind vor allem die Muffelschafe, die auch in Schaumburg leben, gefährdet. „Der Wolf wird dafür sorgen, dass das Muffelwild zum Erliegen kommt“, warnte er. Ebenso sieht er die Schafherden in Gefahr, die zur Landschaftspflege eingesetzt werden.
Für Menschen sind verhaltensauffällige Wölfe ein Risiko, wenn ihr Fluchtinstinkt eingeschränkt ist. Dies könnte durch falsche Prägung oder Tollwut geschehen.
Um Akzeptanz in der Bevölkerung dem Wolf gegenüber zu erreichen und andere Tierarten zu schützen, fordern die Jagdverbände Konzepte und Maßnahmen von der Politik. „Wenn wir nicht rechzeitig in die Lage versetzt werden, regulierend einzugreifen, werden wir in den nächsten Jahren ein Problemhaben“, sagte Fischer.

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