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Lüdersfeld Einsatz birgt Gefahren
Schaumburg Lindhorst Lüdersfeld Einsatz birgt Gefahren
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00:25 26.10.2015
Die Atemschutzträger bergen den Fahrer aus dem Auto. Quelle: pr.
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Lüdersfeld

Dieses Szenario haben am Donnerstagabend die Ortsfeuerwehren Lüdersfeld, Vornhagen, Lindhorst und Beckedorf vorgefunden, als sie um 18.20 Uhr zu einem Einsatz gerufen wurden. Was diese beim Eintreffen an der Kreisstraße 35 zwischen Lüdersfeld und Sachsenhagen noch nicht wussten: Bei dem Einsatz handelte es sich um eine Übung.

 Wie der Gemeindepressesprecher der Feuerwehr Lindhorst, Ingo Beyer, mitteilt, sei die Ortsfeuerwehr Lüdersfeld als erste an der Unfallstelle eingetroffen und machte sich zügig an die umfangreiche Erkundung der Einsatzlage. Das Bild das sich der Feuerwehr bot, ließ zunächst lediglich erkennen, dass ein Auto mit einem Baum kollidiert war und sich in dem Fahrzeugwrack noch eine eingeklemmte, bewusstlose Person befand.

 Einsatzleiter Thomas Schwabe habe eine weitere Gefahr bemerkt, die sowohl für den verletzten Autofahrer als auch für die Feuerwehrleute bedrohlich war. Im Unfallauto hatten sich radioaktive Substanzen befunden, sodass über die Leitstelle der Gerätewagen Atemschutz/Strahlenschutz angefordert wurde. Dieser verfüge über spezielle Messgeräte und Chemikalienschutzanzüge, die bei einer Einsatzlage mit Gefahrgut zwingend erforderlich seien, teilt Beyer mit.

 Zunächst wurde die Unfallstelle von den Einsatzkräften deshalb weiträumig abgesperrt und der verunglückte Autofahrer unabhängig von dem Risiko durch das Gefahrgut gerettet. „Dazu rüsteten sich die Angriffstrupps der Ortsfeuerwehr Lindhorst und Beckedorf mit Atemschutz aus, um zumindest ihre Atemwege vor einer möglichen Kontamination zu schützen“, berichtet der Pressesprecher.

 Als bekannt gewesen sei, um welchen Gefahrstoff es sich handelte, in diesem Fall Natriumiodid, habe über die Leitstelle ein sogenanntes Sicherheitsdatenblatt angefordert werden müssen. In diesem sei genau beschrieben, wie bei der Substanz zu verfahren ist und welche Schutz- und anschließenden Dekontaminationsmaßnahmen für die Helfer erforderlich sind.

 Der Mann der im Auto eingeklemmt war, sei erfolgreich mittels hydraulischen Rettungsgerät aus dem Pkw befreit und zur weiteren medizinischen Versorgung an den Rettungsdienst übergeben worden, berichtet Beyer über den weiteren Ablauf der Feuerwehrübung.

 Die Organisatoren des Probeeinsatzes seien mit Ablauf zufrieden gewesen, teilt der Sprecher mit. Den Schwerpunkt an dem Abend habe der Umgang und die Vorgehensweise bei Gefahrgutunfällen gebildet. Des Weiteren sollte die Zusammenarbeit der einzelnen Ortsfeuerwehren der Samtgemeinde mit dem Team des Gerätewagens Atemschutz/ Strahlenschutz der Kreisfeuerwehr Schaumburg geprobt werden. r

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