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Fragen und Antworten zur Bohrung

Lauenhagen Gas informiert Fragen und Antworten zur Bohrung

Das Interesse an der geplanten Aufsuchungsbohrung in der  alten Schachtanlage Lüdersfeld ist groß. Mehr als hundert Bürger sind  zur Infoveranstaltung nach Lüdersfeld gekommen.

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Der Saal ist mit mehr als hundert Gästen gut gefüllt.

Quelle: kil

Lüdersfeld. Eingeladen hatte die Projektgesellschaft Lauenhagen Gas aus Gelsenkirchen. Vertreten war auch das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), der Landkreis sowie die PVG GmbH als Muttergesellschaft von Lauenhagen Gas und die ausführende Bohrfirma „Anger’s und Söhne“.

 Nach einem kurzen Vortrag über das Bohrvorhaben, gab es Raum für Fragen und Gespräche mit den Experten. Auch viel Kritik und Sorgen musste sich Stefan Decker, Geschäftsführer von Lauenhagen Gas, anhören.

 Wie berichtet hat das Unternehmen den Antrag gestellt, auf der ehemaligen Schachtanlage in Lüdersfeld eine Probebohrung vorzunehmen. Das soll in der zweiten Hälfte des Jahres erfolgen. Das Genehmigungsverfahren ist noch nicht ganz abgeschlossen. Für weitere Bohrungen müssten erneut Anträge gestellt werden. Die Firma hat schon die sogenannte Aufsuchungserlaubnis erhalten, eine Fläche von knapp 20 Quadratkilometern geologisch und geophysikalisch zu untersuchen.

Die Fläche zieht sich von Stadthagen bis Pollhagen, Nienbrügge und Lüdersfeld. Den Namen Lauenhagen Gas habe sich die Firma ausgesucht, weil Lauenhagen in der Mitte des Gebietes liegt, so Decker. Die Bezeichnung „Lüdersfeld2“ für die Bohrung wurde gewählt, weil es im Ort schon einmal eine Bohrung gegeben habe. Anwohner sowie Vertreter der Umweltgruppe Wiedensahl und weitere Interessierte äußerten Bedenken in Sachen Umweltschutz, Abfallbeseitigung, Gesundheit und Lärmbelästigung. Außerdem bewegte sie die Frage:

 Wieviele Bohrungen sind überhaupt geplant?

 

 In der Versammlung gab Decker keine klare Antwort, weil man erst die Probebohrung abwarten müsse. Vielleicht finde man gar kein Gas. Andernfalls müssten aufwendige Untersuchungen der Gegebenheiten von Boden und Infrastruktur folgen, um mögliche Bohrplätze zu finden. Das könnte zwei bis drei Jahre dauern. Auf Nachfrage der SN wagte Decker dann doch die vage Annahme von möglichen zwei oder drei Bohrlöchern im Gebiet.

 Wie lange könnte gefördert werden?

 

 Bei einem positiven Ergebnis könne über einen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren gefördert werden. Manchmal sei das Gasvorkommen aber auch nach fünf Jahren erschöpft.

  Wie läuft die Probebohrung ab?

 

 Über einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen wird auf dem alten Schachtgelände ein 34 Meter hoher Turm aufgestellt. Gebohrt wird gut 500 Meter tief. Die Stahlrohre, durch die das Gas gefördert werden soll, seien durch mehrfache Betonierung abgedichtet. Decker betonte: „Wir bohren nicht in die Bergschächte, sondern direkt daneben.“ Um das Gas zu erhalten, wird eine Bohrspülung mit Wasser und Zusätzen wie Salze durchgeführt. Diese Zusätze seien „nicht bis leicht gefährliche Stoffe“ der Kategorie 1, das sei vergleichbar mit Ökowaschmittel.

  Was ist, wenn Schwermetalle in das Wasser geraten? Wo werde das Lagerwasser entsorgt?

 

 Es würden alle Abfälle analysiert und fachgerecht von entsprechenden Firmen entsorgt, betonte Matthias Pötzel von PVG. Die Sorge, dass giftige Stoffe auf die Felder geschüttet würden, sei unbegründet.

 Und was haben die Bürger und Anwohner davon?

 

 „Steuereinnahmen“, antwortete Decker.Und einen heimischen Rohstoff, statt Gas aus Russland zu importieren. Doch die Bürgerin erwiderte:„Ich glaube nicht an Steuern.“ Der Geschäftsführer gab an, bei einem positiven Fund, die Hauptgeschäftsstelle nach Lüdersfeld verlegen zu wollen. Im SN-Gespräch ging er auch auf die Sorge der Bürgerin ein. Ein Unternehmen, dass in einen neuen Standort investiere, könne diese Kosten in den ersten Jahren nun einmal absetzen – so sei das deutsche Steuerrecht. Zugleich betonte er, dass die Gesellschaft bei Erfolg längerfristig am Standort bleiben würde.

  Warum Lüdersfeld?

 

 Die Chancen, Gas zu finden seien dort gut. Durch den Bergbau, der dort bis in die Sechziger betrieben wurde, habe man viele Daten über die Beschaffenheit des Bodens. Früher wurden dort bereits fünf Millionen Kubikmeter Gas gefördert.

Wie ist der Stand des Verfahrens?

  

 Der Genehmigungsprozess für die Probebohrung läuft noch. Es handelt sich um ein rein bergrechtliches Verfahren, nicht um ein öffentliches. Man nenne dies Betriebsplanverfahren, sagte Jens von der Eichen vom LBEG. Der Landkreis und die direkt betroffene Gemeinde Lüdersfeld könnten lediglich eine Stellung dazu abgeben.

 Wer haftet für Schäden? Und bei einer Insolvenz?

 

 Das ausführende Unternehmen. Für diesen Fall habe die Firma zur Sicherheit eine Patronatserklärung abgegeben, damit der Schaden auf jeden Fall beglichen werden würde.

Warum wurden nicht alle Kommunen informiert?

 

 Die Ortsvorsteherin von Probsthagen, Ursula Schweer, warf der Firma vor, nicht informiert worden zu sein. Decker erklärt, dass alle Bürgermeister des Gebietes zu einem Treffen beim Landkreis eingeladen worden seien. Auf SN-Frage konkretisiert er, dass außer Landrat Jörg Farr auch Oliver Theiß (Stadthagen), Marc Busse (Samtgemeinde Niedernwöhren) sowie Dieter Kappmeier (Ex-Bürgermeister Lauenhagen) und Wilfried Schröder (Lüdersfeld) da gewesen seien. Zudem habe es Gespräche mit Anwohnern und Politikern in Lüdersfeld und der Samtgemeinde Lindhorst gegeben.  kil

 

Fracking

Was ist der Unterschied zu Fracking?

Die Firma Lauenhagen Gas hat sich wiederholt von Fracking distanziert. Doch was ist eigentlich der Unterschied? Beim Fracking wird meist tiefer – mehr als 3000 Meter – gebohrt, um an Gas heranzukommen. Aufgrund des festen Gesteins strömt das Gas nicht von allein nach oben, es muss mit hohem Druck herausgepumpt werden. Dabei wird eine Flüssigkeit hineingepumpt, die das Gestein versprengt. Durch die dünnen Risse, die dadurch entstehen, strömt das Gas heraus. Dieser Vorgang muss mehrfach wiederholt werden.
Lauenhagen Gas hingegen, erklärt Geschäftsführer Stefan Decker, bohrt nur rund 500 Meter tief und sucht nach bereits vorhandenen Ritzen, die durch Erdversetzung oder über Millionen von Jahren im Gestein entstanden sind. Durch diese Ritzen werde das Gas rausgesaugt – ohne dabei es etwas zu sprengen.

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