Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Schützenverein löst sich auf

Annullierung beantragt Schützenverein löst sich auf

Der Schützenverein Lüdersfeld von 1932 wird wohl sein 85-jähriges Bestehen im Jahr 2017 nicht erleben. Der Vorstand hat beim Amtsgericht einen Antrag auf Auflösung des Vereins zum 31. Dezember dieses Jahres gestellt.

Voriger Artikel
Clio knallt gegen Baum
Nächster Artikel
Einbruch in den „Dicken Heinrich“

Die Tage des Schützenvereins Lüdersfeld sind gezählt.

Quelle: Symbolfoto

Lüdersfeld. Das bestätigt der stellvertretende Vorsitzende Ulrich Hermann. „Das ist sehr unangenehm“, sagt der 73-Jährige, weil er sich sehr lange für den Verein engagiert habe.
Die Entscheidung fiel letztendlich bei der Jahresversammlung, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden hatte. Damit stirbt im Laufe kurzer Zeit bereits der zweite Lüdersfelder Verein. Der Gemischte Chor hatte seine Aktivitäten vor einiger Zeit ebenfalls eingestellt.

„Das heißt nicht, dass das nicht widerrufen werden kann“, sagt Hermann zwar zur beantragten Auflösung, hat aber gleichzeitig wenig Hoffnung, denn es finde sich niemand, der den Vorsitz übernehmen möchte. Bisher hat Oliver Fliege den Posten inne, dieser war allerdings für eine Stellungnahme nicht erreichbar. „Ich erreiche ihn im Moment auch nicht“, sagt Hermann, der aber versichert, dass Fliege definitiv nicht weitermachen wolle.

Zwar hat der Verein rund 100 Mitglieder und laut Hermann waren davon auch um die 40 bei der Jahresversammlung, aber das Problem sei, dass es ein knappes Dutzend Mitglieder gebe, die aktiv schießen. Ein weiterer Punkt sei die große Verantwortung, die der Vorsitz eines Schützenvereins mit sich bringe. „Die Anforderungen sind ziemlich hoch“, sagt Hermann, „die will keiner mehr übernehmen.“ Die Gemeinde ist aufgeschreckt, denn auch das Schützenfest wird damit in diesem Jahr ausfallen.

Das große, gesellige Ereignis gehört in Lüdersfeld jedes Jahr zum festen Bestandteil des Ortslebens. Bürgermeister Wilfried Schröder kündigt bereits Ersatz an. Es solle nicht Schützenfest heißen und kein Zelt aufgebaut werden. Stattdessen soll im und rund ums Kulturzentrum gefeiert werden. Statt Rottfrühstück soll es Katerfrühstück geben. „Das muss alles noch reifen“, sagt Schröder. Aber der Festausschuss mache sich bereits Gedanken.

So einfach wie für das Fest ist eine Lösung für den gesamten Verein nicht zu finden, doch Schröder sieht noch Chancen. „Die Schützen könnten auch eine Sparte des TuS werden, sagt der Bürgermeister. Er denke, die Zeit bis zum Jahresende könne dafür genutzt werden, den Schießsport doch noch zu retten.

Hermann sieht in diesem Punkt eher schwarz. Denn für den TuS gebe es keine Vorteile. „Die meisten von uns sind schon in beiden Vereinen Mitglied“, sagt er. Zudem bezweifelt er, dass der Sportverein sich das Schützenhaus aufladen will. „Das kostet schon einen Haufen Pacht“ und die Instandhaltung des sanierungsbedürftigen Schützenhauses komme hinzu.

Das Schützenhaus macht auch Schröder die meisten Sorgen. „Das ist schon ein finanzielles Risiko“, räumt er ein. Deshalb sollen jetzt zunächst die Kosten für die Unterhaltung ermittelt werden. Und „Hoffnung haben wir“, sagt der Bürgermeister.  bab

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg