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Samtgemeinde Lindhorst Das „Schiff“ auf Kurs halten
Schaumburg Lindhorst Samtgemeinde Lindhorst Das „Schiff“ auf Kurs halten
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00:17 30.12.2017
Andreas Günther. Quelle: Archiv
Samtgemeinde Lindhorst

Wie blicken Sie auf das Jahr 2017 in der Samtgemeinde?

Ich bin sehr dankbar dafür, dass es mir mit meinen Kollegen auch 2017 gelungen ist, der gesetzlichen Vorgabe einer stetigen Aufgabenerfüllung gerecht zu werden. Gelegentlich natürlich auch mal mit Mängeln behaftet, aber das ist nicht nur normal, sondern auch menschlich. Aber nach nunmehr gut sechs Jahren in der Funktion des Samtgemeindebürgermeisters muss ich feststellen, dass die stetige Aufgabenerfüllung auf allen Ebenen immer schwieriger zu bewerkstelligen ist. Neue Aufgaben, ständig neue Vorgaben von Bund und Land machen es der Verwaltung nicht einfacher das „Schiff Samtgemeinde“ auf Kurs zu halten.

Sie haben mal angedeutet nach Ihrer Amtszeit nicht nochmals anzutreten. Was wollen Sie bis dahin noch umsetzen?

Ich kann mich nicht erinnern, offiziell angekündigt zu haben, nach meiner Amtszeit nicht noch einmal anzutreten. Ungeachtet dessen hoffe ich, dass die Samtgemeinde in das Dorferneuerungsprogamm des Landes aufgenommen wird. Dann wird es richtig zur Sache gehen. Zwar nicht von heut auf morgen, aber eine zukunftsorientierte Ausrichtung mit vielen positiven Entwicklungsmöglichkeiten, insbesondere für unsere Mitgliedsgemeinden geht damit einher und wird mich nicht nur im nächsten Jahr mächtig fordern. Im Übrigen hat im nächsten Jahr der Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses in Lüdersfeld Priorität. Die Sanierung der Ortsdurchfahrt Beckedorf muss spätestens im 2019 erfolgen. Auch die Vorgaben des Rates zur Umsetzung des Feuerwehrbedarfsplans werde ich nicht aus den Augen verlieren. Hier höre ich mal auf; die Liste ist lang. Die Nachfolge von Jens Schwedhelm als Gemeindedirektor ist noch nicht geklärt.

Sehen Sie einen Nachfolger aus der eigenen Partei?

Die Funktion des Gemeindedirektors hat mit einer Parteizugehörigkeit nichts zu tun. Das Amt ist unparteilich und neutral auszuüben. Das gilt insofern natürlich auch für den gesamten Personenkreis, der für dieses Amt in Betracht gezogen werden kann. Derzeit stellt sich die Frage eines Nachfolgers für das Amt auch nicht, weil der Amtsinhaber seine Aufgaben als Gemeindedirektor nach wie vor ausübt. Natürlich sehe ich aus der eigenen Partei keinen Nachfolger für das Amt. Da muss ich jetzt mal auf die Vorgaben der Kommunalverfassung hinweisen. Da sich die Gemeinde Lindhorst für die sogenannte „Zweigleisigkeit“ entschieden hat und ich zu Beginn der Wahlperiode erklärt habe, dass ich für das Amt nicht zur Verfügung stehe, ist es im ersten Schritt nicht meine Aufgabe für einen Nachfolger zu sorgen. Es ist bekannt, dass ich versucht habe eine Person aus dem Leitungspersonal der Samtgemeinde zur Übernahme des Amtes zu gewinnen. Das ist mir nicht gelungen und derzeit auch nicht notwendig.

Sie sind ein Befürworter der Einheitsgemeinde. Was werden Sie noch anschieben, um die Gemeinden näher zusammenzubringen?

Der Landesrechnungshof hat 2012 eine überörtliche Prüfung zum Thema „Wirtschaftlichkeit von Samtgemeinde im Vergleich zu Einheitsgemeinden“ durchgeführt. Die Ergebnisse wurden im Samtgemeinderat vorgestellt. Ich hatte angeboten, sich mit den Ergebnissen näher zu befassen. Dies war aber nicht gewünscht. Insofern sehe ich keine Veranlassung, das Thema im politischen Raum aufzugreifen. Dass die Verwaltung in vielen Bereichen die Mitgliedsgemeinden nach besten Kräften unterstützt, ist für mich nicht nur ein Auftrag aus der Kommunalverfassung heraus, sondern ein großes Anliegen. Es stimmt, dass ich ein Befürworter der Einheitsgemeinde bin.

Allein in der Gemeinde Lindhorst, dem Grundzentrum der Samtgemeinde, haben in diesem Jahr zwei Traditionsgeschäfte geschlossen: das Schuhhaus Knoche und das Bettengeschäft Widdel. Machen Sie sich Sorgen um den Handel in ihrer Kommune?

Nein, ich mach mir keine Sorgen. Die Gemeinde Lindhorst ist infrastrukturell gut aufgestellt. Das hat auch die Industrie- und Handelskammer in einer Untersuchung festgestellt. Es wäre natürlich falsch, sich auf diesem Ergebnis auszuruhen. Der Standort Lindhorst kann zwar als attraktiv bezeichnet werden, aber an einer Weiterentwicklung muss unbedingt gearbeitet werden. Dies gilt aber nicht nur für Lindhorst. Auch Beckedorf, Heuerßen und Lüdersfeld bemühen sich um den Erhalt und den Ausbau ihrer Strukturen. Für die damit verbundenen Aufgaben ist es notwendig, dass den Kommunen auskömmliche Finanzmittel zur Verfügung stehen. Das ist aber leider nicht der Fall. Wenn das Land beispielsweise meint, mit einer Beitragsfreiheit für den Besuch der Kindertagesstätten einen großen Beitrag zur auskömmlichen Finanzausstattung der Kommunen zu leisten, dann liegt es falsch. Nicht nur an dieser Stelle wird viel zu wenig auf die Belange der Kommunen eingegangen. Interview: bab/kil