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„Den Letzten beißen die Hunde“

Bürgermeister zu Fusions-Plänen „Den Letzten beißen die Hunde“

Wenn nur eine Gemeinde gegen die Fusion von Nenndorf, Sachsenhagen und Lindhorst stimmt, platzt das Vorhaben. Die Ortsbürgermeister haben sich dazu noch keine abschließende Meinung gebildet. Für Hans-Otto Blume (SPD), Bürgermeister  aus Lindhorst, ist Bürgernähe ein entscheidender Punkt.

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Samtgemeindebürgermeister Andreas Günther (von links) kann ohne die Zustimmung der Ortsbürgermeister Dieter Wall, Wilfried Schröder, Hans-Otto Blume und Andreas Walter keine Fusion durchsetzen.

Quelle: Archiv

SAMTGEMEINDE LINDHORST. „Bürgernähe muss auf jeden Fall erhalten bleiben“, sagt Blume und erinnert an vergangene Fusions-Gespräche der Samtgemeinden Lindhorst, Sachsenhagen und Niedernwöhren vor rund fünf Jahren.

Damals sei angedacht worden, ein zentrales Rathaus für alle Bürger der drei Samtgemeinden einzurichten. Dieser CDU-Vorschlag habe schon damals keine Mehrheit gefunden. Blume hält es für äußerst wichtig, dass die Bürger vor Ort weiter eine Anlaufstelle haben und die Struktur der Gemeinden bestehen bleibt. „Rathaustourismus“ lehnt er ab. So oder so: „So eine Fusion muss aus voller Überzeugung von allen Beteiligten erfolgen.

Doch nicht so ein finanzieller Gewinn?

Dabei darf keiner über den Tisch gezogen werden.“ Den finanziellen Gewinn bei einer Fusion relativiert Blume: Von den 700000 Euro, die der Samtgemeinde Lindhorst dann von den Schlüsselzuweisungen zugesprochen würden, müsste die Kommune etwa die Hälfte wieder an den Landkreis als Umlage abgeben.

Andreas Walter (Wählergemeinschaft), Bürgermeister in Heuerßen, hält es noch zu früh für eine offizielle Stellungnahme der Gemeinde. Dazu seien die Infos noch zu dürftig, zudem habe es noch keine Diskussion des Rates gegeben. Persönlich ist er aber der Meinung, dass bei einer Bereitschaft zu Zusammenschlüssen auf jeden Fall Gespräche geführt und die Vor- und Nachteile diskutiert werden sollten.

Keine zweite Amtszeit

Am Rande der Gespräche zur Fusion der Samtgemeinden hat Lindhorsts Samtgemeindebürgermeister Andreas Günther nun kundgetan, keine erneute Kandidatur mehr anzustreben. Offiziell endet seine Amtsperiode im Oktober 2019. Bei einer Fusion könnte er noch zwei Jahre verlängern. Spätestens dann wolle er gehen, sagte er diese Woche. Günther hatte bereits angedeutet, nicht mehr kandidieren zu wollen, als er bei der Suche nach einem Gemeindedirektor für Lindhorst ins Gespräch kam. Im Interview zum Jahreswechsel ruderte er dann jedoch zunächst zurück. Nun machte er es amtlich: Er will sich keiner Wahl mehr stellen .

Dieter Wall (SPD), Bürgermeister von Beckedorf, möchte noch keine Statement abgeben. Das Thema sei noch nicht ausreichend diskutiert worden, meint er.

Lüdersfelds Bürgermeister Wilfried Schröder (CDU) hingegen schließt sich den Äußerungen der Fraktionsspitzen im Samtgemeinderat an, die offen für weitere Gespräche sind. Denn sollten sich andere Kommunen im Landkreis für einen solchen Weg entscheiden, könne die Samtgemeinde Lindhorst schnell den Kürzeren ziehen. „Wenn man gar nichts macht und hinterher als Letzter übrig bleibt, beißen einen die Hunde“, befürchtet Schröder.

Diskussionswürdig

Auch vor dem Hintergrund, dass es immer schwieriger wird, Kandidaten für die Räte und politischen Positionen zu gewinnen, hält er Fusionen für diskussionswürdig. Bedenken hat er hinsichtlich der Größenverhältnisse, sowohl zwischen den Samtgemeinden als auch mit Blick auf die kleine Gemeinde Lüdersfeld. bab, kil

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