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Ex-Pferdezüchterin spricht von Stalking

50-Jährige fühlt sich verfolgt Ex-Pferdezüchterin spricht von Stalking

Das Pferdezüchterpaar aus Hessen, das ein lebenslanges Pferdehalteverbot ausgesprochen bekommen hat und nun in der Samtgemeinde Lindhorst wohnt, hat unter anderem im Internet unter Pferdefreunden viel Wirbel ausgelöst.

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Quelle: SN

Samtgemeinde Lindhorst. In Internet-Blogs und auf Facebook warnen die Tierfreunde vor dem Mann und der Frau, die angeblich wieder versuchen, an Pferde zu kommen. Nun hat sich die 50-jährige ehemalige Pferdehalterin bei den SN gemeldet. Sie fühlt sich „gestalkt“.

Besonders verfolgt werde sie von einem Mann aus Sachsen, der ihr seit dem Kauf einiger ihrer Pferde übel mitspiele. Der Mann aus der Nähe von Leipzig nimmt allerdings keinen seiner Vorwürfe zurück. „Bei der nehme ich kein Blatt mehr vor den Mund“, sagt er.

Die Pferde hätten schlecht ausgesehen. „Das gebe ich zu“, räumt die 50-Jährige heute ein, die aber um Verständnis wirbt, weil sie zwischen 2010 und 2012 in einer schwierigen Lebenssituation und überfordert gewesen sei. Außerdem habe sie Probleme mit dem Futtermittellieferanten gehabt. Den Pferden habe Zink gefehlt, deshalb hätten sie Gewicht verloren. Außerdem habe sie zu der Zeit einige schwache Tiere zum Aufpäppeln in ihrer Obhut gehabt.
28 Pferde hatte das Veterinäramt Kassel 2012 von dem Züchterpaar beschlagnahmt und vorübergehend bei einem anderen Züchter untergebracht. „Dort haben sie dann nur vergammeltes Zeug gekriegt und sind erst recht abgemagert“, behauptet die ehemalige Besitzerin. Ebenfalls dort seien dann auch die grauenhaften Fotos entstanden, die im Internet kursieren. „Die habe ich sogar selbst fotografiert“, sagt sie. Und nun würden diese gegen sie verwendet.

Angeblich sei der Kaufvertrag mit dem Mann aus Leipzig sogar fingiert und zurückdatiert gewesen, um die Pferde aus ihrer Notunterkunft zu befreien. „Das ist gelogen“, wehrt dieser sich, „so etwas mach’ ich nicht. Wir waren deshalb sogar vor Gericht.“ Und dies habe die Wirksamkeit des Vertrages bestätigt.

Der Vorwurf des Stalkings prallt an dem Sachsen ab. Er wolle auf jeden Fall vermeiden, dass die Frau jemals wieder in den Besitz von Pferden kommt. Denn das versuche sie seitdem. Die 50-Jährige, die für den Tierschutzverstoß auch noch eine dreijährige Bewährungsstrafe bekommen hatte, schweigt zu diesem Vorwurf, sagt aber trotzig: „Ich habe ein Halteverbot, kein Besitzverbot.“  bab

Daten von Ex-Züchterpaar kursieren im Netz

Für Irritationen hat bei der ehemaligen Pferdezüchterin auch ein Ausschnitt aus dem Internet gesorgt, den jemand bei Facebook gepostet hat. Darin warnt der stellvertretende Bürgermeister ihres Wohnortes vor ihr und ihrem Partner. Und zwar mit vollem Namen und Adresse. Der Vize-Bürgermeister gibt an, von der Polizei gebeten worden zu sein, „detailliert aufzuklären“ und Reiter- und Pferdehalter zu informieren. Dies habe er auch getan.
„Das geht meines Erachtens zu weit“, sagt Axel Bergmann, Pressesprecher der Polizei Stadthagen, zu der Nennung der persönlichen Daten. Er bestätigt, dass der stellvertretende Bürgermeister zu einem Gespräch in die Polizeistation eingeladen wurde, um ihn über den Sachverhalt zu informieren. Er habe dies jedoch „nicht über alle Kanäle“ weitergeben, sondern bei Bedarf die Polizei informieren sollen.
„Die Polizei hat mir gesagt, ich sollte die Reiterkreise informieren“, sagt hingegen der stellvertretende Bürgermeister. Und was diese Kreise mit seiner Nachricht gemacht haben, entziehe sich seiner Kenntnis. „Für die Adresse entschuldige ich mich“, sagt er. Diese zu nennen, sei falsch gewesen, obwohl sie im Internet schon kursierte. Aber die Warnung sei berechtigt, denn der Partner der Ex-Züchterin habe bereits versucht, in seinem Ort eine Pferdebox zu mieten.   bab

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