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Samtgemeinde Lindhorst Experte rät zu Fusionen
Schaumburg Lindhorst Samtgemeinde Lindhorst Experte rät zu Fusionen
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00:24 13.07.2015
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Samtgemeinde Lindhorst

 Die Samtgemeinde Lindhorst ist feuerschutztechnisch im Prinzip gut versorgt, aber noch nicht in allen Bereichen. „Sehr gute bauliche Funktion“ attestiert Siepe dem Feuerwehrgerätehaus in Lindhorst und dem künftigen in Heuerßen. Beckedorf schneidet „mit geringen Einschränkungen“ gut ab, und in Vornhagen ist die „bauliche Funktion mit Einschränkungen gegeben“. Anders sieht es in Lüdersfeld und Ottensen aus. Dort reichen die Mängel von fehlenden Absauganlagen über unzureichende Sanitärräume bis zu Platzproblemen. Siepe hält es für erforderlich, „dass dringend eine Änderung diskutiert werden muss“.

Ottensen hat zudem ein weiteres Problem. Während Siepe die Wehren als „insgesamt gut ausgebildet“ betrachtet und es „kein Problem der Überalterung“ oder mit dem Nachwuchs gebe, sei in Ottensen aber auch teilweise in Vornhagen wegen des Erreichens der Altersgrenze in den kommenden „fünf bis zehn Jahren mit Austritten zu rechnen, die aus heutiger Sicht schwer kompensierbar sind“. Hinzukommt, dass die Einsatzstärke der Feuerwehren vor allem darunter leide, dass 79 Prozent der Aktiven außerhalb arbeiten und tagsüber im Notfall nicht eingesetzt werden können.

Siepe schlussfolgert aus den Untersuchungen zur Erreichbarkeit der Einsatzorte und der Ausrückzeiten: „Der Ortsteil Ottensen kann komplett von Lindhorst abgedeckt werden.“ Das Spritzenhaus dort sei auf Dauer nicht notwendig „und auch nicht statthaft, weil die Einsatzfähigkeit nicht gegeben ist“, sagt Siepe. Auch „das Feuerwehrhaus Vornhagen ist für die Gebietsabdeckung nicht erforderlich“, heißt es in dem 85-seitigen Entwurf von Saveplan. Deshalb sei zu empfehlen, die Feuerwehren Vornhagen und Lüdersfeld samt Fuhrparks zusammenzulegen an einem neuen Standort und dabei auf die „menschlichen Einschnitte zu achten, die sich ergeben“.

Die Politiker empfahlen dem Rat einstimmig diese aus dem Bedarfsplan resultierenden Vorschläge, nicht ohne zu warnen: „Zwangszusammenlegungen sind aus meiner Sicht nicht empfehlenswert“, sagte der stellvertretende Ausschussvorsitzende Wilfried Schröder (CDU), der die Gerätehäuser für die Dorfkultur erhalten möchte. Damit traf er den Nerv der Skeptiker, die etliche Austritte befürchten, wenn es zu Fusionen kommt. „Wir wollen gar keinen Kameraden verlieren“, entgegnete Schröder den Kritikern. „Wir sind eine Feuerwehr, die seit zig Jahren zusammenarbeitet“, charakterisierte er die Samtgemeindefeuerwehr. „Es kann nicht sein, dass wir jetzt einen Rückschritt machen.“  bab

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