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Keine Panik?

Lindhorst/Beckedorf Keine Panik?

Noch ist kein Nachfolger für den Lindhorster Hausarzt Justus Pahlow gefunden. Für die bestehenden Ärzte bedeutet das einen erheblichen Mehraufwand, der sie zum Teil an ihre Grenzen bringt.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Lindhorst/Beckedorf. Aber auch, wenn die Praxen eine Reihe der hausarztlosen Patienten übernehmen, haben offenbar noch nicht alle von ihnen einen Platz gefunden.

 Während der Lindhorster Arzt Jörg Bode weiter händeringend und mit Headhuntern nach einem Nachfolger für die Gemeinschaftspraxis sucht, mahnt Ekkehard Dahm, der seine Praxis in Beckedorf hat, an, der Herausforderung mit Ruhe zu begegnen und keine Panik zu verbreiten. Das sei nicht zielführend und verunsichere die Patienten noch mehr. Dahm habe im vergangenen Quartal rund 20 Prozent mehr Patienten behandelt als zuvor. Das macht etwa 1100. Einen generellen Aufnahmestopp hat er trotzdem nicht. Der Arzt entscheide im Einzelfall über jede Anfrage.

 Wie verzweifelt manche Menschen tatsächlich nach einem Platz suchten, hat sich besonders in den Tagen gezeigt, nachdem bekannt wurde, dass Bode noch eine begrenzte Zahl von Pahlows Patienten übernehmen könnte. Die Leute haben Schlange vor seiner Praxis gestanden. Einige fragten den Mediziner: „Was müssen wir tun, um auf die Liste zu kommen?“

 Ein wenig hat sich die Situation mittlerweile beruhigt. Trotzdem kommen noch täglich neue Anfragen, doch Bodes Kapazitäten sind erschöpft. Er betreut bereits rund die Hälfte der Patienten, die sie zuvor mit drei Ärzten behandelt haben. „Noch mehr ist nicht mehr vertretbar.“ Schließlich wolle er keine Drei-Minuten-Medizin anbieten. „Ich arbeite schon zwölf bis 13 Stunden täglich.“

 Zum Glück habe in der heißen Phase eine neue Ärztin in Bad Nenndorf angefangen, die auf einen Schlag viele Patienten aufnehmen konnte, weiß Bode. Schwieriger sei es dagegen für immobile Menschen, vor allem Senioren.

 Bis vor Kurzem hatte Bode noch Hoffnung auf baldige Verstärkung in der ehemaligen Gemeinschaftspraxis. „Es gab drei Interessenten.“ Doch am Ende hagelte es wieder nur Absagen. Dabei würden sich neue Ärzte dort in ein „gemachtes Premiumnest“ setzen können, meint Bode. Aber: Praxen auf dem Land ließen sich nicht verkaufen.

 „Was wir brauchen, sind klare Konzepte“, fordern Bode und Dahm von den Politikern. Der Beckedorfer Arzt setzt bereits um, was auch Bode gerade plant. Dahms Frau hat eine Ausbildung zur „Verah“ – Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis – gemacht. „Verahs“ können Hausbesuche machen, Blutdruckmessen, gewisse Medikamente verabreichen und vieles mehr. „Das ist eine große Unterstützung für mich“, sagt Dahm. Eine langfristige Lösung für den Nachwuchsmangel auf dem Land sei das für ihn aber nicht.

 Auch Bode will bald eine sogenannte „Verah“ für seine Praxis ausbilden. In solchen Modellen liegt seiner Meinung nach die Zukunft der Landarztpraxen, glaubt der Mediziner und erinnert an die „gute, alte Gemeindeschwester“.kil

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