Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Mann erpresst Nacktfotos von 13-Jähriger

Cyber-Grooming: Gericht verhängt Freiheitsstrafe Mann erpresst Nacktfotos von 13-Jähriger

Cyber-Grooming heißt ein Phänomen, das im Internet zunehmend um sich greift. Gemeint ist das gezielte Ansprechen von Minderjährigen, um sexuelle Kontakte anzubahnen. In der Regel geben sich die Täter dabei als Kinder oder Jugendliche aus, um leichter Vertrauen zu gewinnen. Ein solcher Fall hat jetzt das Amtsgericht in Stadthagen beschäftigt.

Voriger Artikel
Grünen-Ratsherr kehrt Kollegen den Rücken
Nächster Artikel
Wechsel auf die neue B65
Quelle: dpa

Samtgemeinde Lindhorst / Stadthagen . In einem Chatroom hatte sich ein damals 21 Jahre alter Mann aus der Samtgemeinde Lindhorst an ein 13-jähriges Mädchen herangemacht und die Schülerin unter anderem genötigt, ihm Nacktfotos zu schicken. Der Täter schrieb unter einem Pseudonym und gab sein Alter mit 17 an.

Richter Kai Oliver Stumpe hat gegen den Angeklagten eine Freiheitsstrafe von neun Monaten verhängt, ausgesetzt zur Bewährung. Es ging um drei Taten. „Was Sie getan haben, ist eine Riesenschweinerei“, fand Stumpe in der Urteilsbegründung deutliche Worte. „Wir müssen alles tun, um unsere Kinder vor solchen Cyber-Tätern zu schützen“, fügte er hinzu. Die Taten sieht Stumpe „im Bereich der mittleren Kriminalität“.

Geständnis abgelegt

Im Prozess hatte der Angeklagte ein Geständnis abgelegt und dem Mädchen damit eine Aussage erspart. Einschlägig vorbestraft ist er nicht. Zu den Bewährungsauflagen gehört die Teilnahme an einer Gesprächstherapie, weil die Taten „Fragen zur sexuellen Orientierung des Angeklagten aufwerfen“, so Stumpe. Vor Gericht gab sich der Lindhorster wortkarg und ließ seinen Anwalt sprechen. Zu den Vorwürfen von Staatsanwalt Wilfried Stahlhut sagte er nur: „Das stimmt so.“
Der Schuldspruch lautet auf Verbreitung pornographischer Schriften sowie zweifache Nötigung im besonders schweren Fall, wobei es einmal beim Versuch geblieben ist. Zunächst sollte sich die 13-Jährige vor der Webcam in obszönen Posen zeigen, was die Schülerin jedoch nicht tat.

Intime Fotos verschickt

In einem anderen Fall schickte der Mann dem Mädchen ein Foto eines männlichen Geschlechtsteiles, möglicherweise seines eigenen. Er bekam daraufhin ein Bild, welches das Kind in Unterwäsche zeigt. Anschließend drohte der Cyber-Täter, diese Aufnahme dem Freund des Mädchens zu zeigen. So erhielt er die verlangten Intimfotos doch noch. Als der Fremde der 13-Jährigen schließlich drohte, Fotos bei Facebook hochzuladen, falls sie sich nicht vor der Kamera ausziehe, erstattete das Opfer Anzeige.
Der Mann hatte angenommen, er habe es mit einer 14-Jährigen zu tun. Davon geht das Gericht zugunsten des Angeklagten aus. Sonst hätte dem Täter eine Verurteilung wegen versuchten sexuellen Missbrauchs eines Kindes (unter 14) gedroht. Dennoch: Dass der Erwachsene sich gezielt ein so junges Mädchen ausgesucht habe, ist nach Überzeugung Stumpes „in höchstem Maße moralisch verwerflich“.

Das Urteil wird voraussichtlich rechtskräftig, weil der Entscheidung eine Absprache samt Geständnis vorausgegangen war – zum Schutz des Mädchens. ly

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg