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Samtgemeinde Lindhorst Mehrheit stimmt für Jugendbeirat
Schaumburg Lindhorst Samtgemeinde Lindhorst Mehrheit stimmt für Jugendbeirat
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14:56 22.06.2018
Die Lindhorster Jugend soll ein Sprachrohr bekommen. Der Rat hat für die Einrchtung eines Jugendbeirates gestimmt. Quelle: Symbolfoto dpa
Samtgemeinde Lindhorst

Fünf weitere Ratsmitglieder enthielen sich. Laut Antrag soll die Verwaltung beauftragt werden, im Zusammenwirken mit den Fraktionen und einzelnen Ratsmitgliedern mit geeigneten Maßnahmen an interessierte Jugendliche heranzutreten. Ferner soll die Verwaltung die jungen Leute bei einer Wahl sowie der Erarbeitung einer Satzung unterstützen.

Rund 800 junge Einwohner zwischen 16 und 24 Jahren lebten in der Samtgemeinde. „Diese Gruppe verdient ein Sprachrohr“, erläuterte Ulf Dönau (Grüne) und wies auf das positive Beispiel des Nenndorfer Jugendbeirates hin.

Horst Schimmelpfennig (SPD) findet die Idee „grundsätzlich gut“. Im fehle aber ein Konzept. „Wie genau sollen sich die Jugendlichen einbringen?“, will er beispielsweise wissen. Ähnlich äußerte sich Wilfried Schröder (CDU): So ganz ohne Konzept werde er sich erst mal enthalten.

Schafft die Verwaltung das?

Uwe Müller (CDU) hat die Homepage des Nenndorfer Jugendbeirates überzeugt. „Es gibt sicher viele pfiffige junge Leute hier.“

Cerstin Bayer (SPD) wollte von Verwaltungschef Andreas Günther wissen: „Kann die Samtgemeinde das überhaupt leisten?“ Diese Frage stelle sich nicht, antwortete Günther. Wenn die Politiker die Verwaltung damit beauftragen, „dann werden wir das machen“. Aber, machte er deutlich, „dass wird nicht von heute auf morgen geschehen. Wir sind voll, richtig voll“.

Für den Antrag der Grünen votierte auch Matthias Hinse (fraktionslos, Die Linke). Ihm fehle zwar ein wenig der Glaube, dass es junge Leute gibt, die sich in Lindhorst politisch engagieren wollen, dennoch findet er, dass sich die Lindhorster viel zu häufig vor dem Vorwand fehlender Konzepte verstecken würden. Er findet, der Samtgemeinderat solle jetzt den ersten Schritt machen.

Sich auf die Jüngeren einlassen

Er selbst sei auch bereit, das Projekt mit zu betreuen, bot Hinse ebenso wie Dönau an. Und auch wenn Hinse dafür „nicht den Beliebtheitspreis gewinnt“: Er würde es begrüßen, wenn sich der ältere Teil der Politiker auch mal auf den jüngeren Teil einlassen würde.

Dieter Wall (SPD) fühlte sich davon offenbar provoziert: „Ich lasse mich nicht unter Druck setzen.“ Die Verwaltung sei „auf Kante genäht“ und solle ruhig erst mal kürzer treten. Im November könne man gerne noch mal über das Thema diskutieren – „aber nicht heute Knall auf Fall“.

Die Grünen blieben jedoch bei ihrem Antrag und wollten sich nicht auf später vertrösten lassen. Dönau: „Irgendwann muss der Anstoß gemacht werden.“ kil