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Schulen fordern mehr Unterstützung für Flüchtlinge

Infoabend der Samtgemeinde Lindhorst Schulen fordern mehr Unterstützung für Flüchtlinge

Die Schulen in Lindhorst wünschen sich mehr Unterstützung für Flüchtlinge. Vor allem an Zeit und Personal für den Deutschunterricht fehle es.

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Quelle: SN

Samtgemeinde Lindhorst. Diese Problematik wurde beim Infoabend „Flüchtlinge ehrenamtlich unterstützen“ deutlich.

Eingeladen hatte die Samtgemeinde Lindhorst. Rund 80 Gäste kamen zum Hof Gümmer, um sich Vorträge von Vertretern des Landkreises, der Awo und der Grundschule anzuhören. Ziel war es, Impulse für ehrenamtliche Strukturen zu geben, um Flüchtlingen zu helfen.

Aktuell sind nach Angaben von Susanne Schulz, Sozialarbeiterin der Awo, 45 Flüchtlinge in der Samtgemeinde untergebracht – allein 30 davon in der Gemeinde Lindhorst, wie Klaus Heimann, Erster Kreisrat, belegte. Das macht eine Quote von 0,67 Prozent. Damit liegt die Samtgemeinde im Mittelfeld.

Weil die Sozialarbeiter zeitlich an ihre Grenzen stoßen – Schulz ist für 137 Flüchtlinge, verteilt auf sechs Ortschaften zuständig – „brauchen wir Ehrenamtliche“, betonte Heimann. Wichtig sei es dabei, das wurde im Verlauf der Veranstaltung schnell klar, dass es eine zentrale Anlaufstelle für die Freiwilligen braucht und dass Ehren- und Hauptamt ineinandergreifen.
Die Unterstützung kann Schulz zufolge vielseitig sein: Sprachkurse für Flüchtlinge – in Lindhorst machen das Margitta und Otto Siebörger –, Schulbegleiter, Fahrradspenden, Familienpaten und mehr.

Dietmar Buchholz, Lehrer der Magister-Nothold-Grundschule, berichtete aus dem Schulalltag. Momentan besuchen zehn bis zwölf Flüchtlingskinder die Schule, oft traumatisiert, sodass man ihnen mit den verfügbaren Mitteln kaum gerecht werden könnte. Ähnliches schilderte eine Lehrerin der Oberschule. Weil die Gesamtschulen voll seien und die Gymnasien sie aufgrund fehlender Sprachkenntnisse ablehnten, landeten alle Flüchtlinge bei den Oberschulen. 25 Jugendliche aus den Ländern Syrien bis Peru besuchen gerade die Lindhorster Oberschule. Die Schulbehörde habe zwar eine 30-Stunden-Stelle für eine Sprachlernklasse, wie es sie in Stadthagen gibt, bewilligt, es stehe aber keine qualifizierte Lehrkraft zur Verfügung. So wachse der Frust bei den Schülern, weil sie nach einem halben Jahr immer noch sehr wenig Deutsch verstünden.

Schulleiter Christoph Pukall erklärte später auf Nachfrage unserer Zeitung, dass es bereits zwei Kolleginnen aus der Schule gibt, die sich weiterbilden möchten, um den Sprachunterricht zu übernehmen. Aufgrund von vielen Krankheitsfällen konnten in den vergangenen Wochen aber nur rund zehn Stunden davon abgedeckt werden.

Pukall hofft, zum neuen Schuljahr mehr Sprachunterricht anbieten zu können. Je nachdem, wie sich die Zahl der Jugendlichen ohne Deutschkenntnisse entwickelt, soll es entweder eine Sprachlernklasse geben oder zwei Kurse mit jeweils 15 Wochenstunden. Nach Landesempfehlung sollen sowieso nur maximal 16 Schüler in einer Sprachlernklasse sein. kil

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