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Windrad soll Ende 2017 Strom liefern

Anlage entsteht in Beckedorf Windrad soll Ende 2017 Strom liefern

Die Bürgerenergiegenossenschaft Schaumburg (BEnGSHG) hat in Beckedorf mit dem Bau ihrer ersten Windenergieanlage begonnen. Der Turm wächst bereits Stück für Stück in die Höhe und demnächst werden weitere Teile angeliefert. 

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Die Windräder in Beckedorf bekommen Nachbarn. Die Türme von zwei neuen Exemplaren ragen bereits in die Höhe.

Quelle: BAB

SAMTGEMEINDE LINDHORST. Der Turm wächst bereits Stück für Stück in die Höhe und demnächst werden weitere Teile angeliefert. Vier Windräder, davon drei auf Nenndorfer Gebiet, werden zurzeit südlich der Bahnlinie Hannover-Minden gebaut. Drei stehen bereits seit mehreren Jahren auf Beckedorfer Gebiet.

Wie BEnGSHG-Vorstandsvorsitzender Burghard Massante sagt, sei geplant, dass das neue Windrad in Beckedorf Ende des Jahres ans Netz geht. Zunächst wird aber wie berichtet die Anlage in der Samtgemeinde Nenndorf an der Bahnlinie zwischen Riepen und Beckedorf fertiggestellt. Das sei die zentrale Anlage, an der die anderen angeschlossen werden. Nach Auskunft des BEnGSHG-Vorstands werden die drei Windenergieanlagen, die auf Nenndorfer Gebiet enstehen sollen, privat betrieben. Die Gesellschaft Wind- und Energieverbund Schaumburg organisiert den Bau, auch dort ist Massante engagiert.

6285 Haushalte könnten versorgt werden

Ausführende Firma ist die Enercon GmbH, die Anlagen vom Typ E92 errichtet. „Laut Windgutachten erzeugen die vier Windenergieanlagen jährlich zusammen insgesamt 22 Millionen Kilowattstunden Strom“, berichtet Massante, der vorrechnet, dass mit dieser Energie 6285 Haushalte versorgt werden könnten (bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 3500 Kilowatt je Haushalt). Anschaulicher noch sei, dass eine einzige Anlage für 3055 Elektroautos pro Jahr Strom liefern könnte, wenn diese jeweils 10000 Kilometer zurücklegen. „Das ist eine ganze Menge“, meint Massante, der annimmt, dass der Kreis Schaumburg 2030 schon so weit sein könnte, seinen Energiebedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken.

Nach anfänglichen Unsicherheiten, wie hoch die Beteiligung an der Genossenschaft ausfallen würde, habe die BEnGSHG nun so großen Zuspruch erhalten, dass sie bei der Kapitalbeschaffung sogar überzeichnet gewesen sei. „Wir haben bereits eine Warteliste“, sagt Massante. Die Genossenschaft hat zurzeit 200 Mitglieder. Die Mindesteinlage beträgt 1000 Euro. Der Investitionswert einer Anlage liege bei 3,8 Millionen Euro. Die Lebensdauer einer solchen Anlage sei auf 25 Jahre ausgerichtet. Die Amortisation der Investition betrage zehn bis 15 Jahre, schätzt Massante. bab

Die Bundeswehr schießt quer

Die Samtgemeinde Lindhorst hatte in ihrem Flächennutzungsplan für nördlich der Bahnlinie Hannover-Minden weitere Vorrangflächen für die Windenergieanlagen festgelegt, die in der Gemarkung von Ottensen liegen. In dem Beteiligungsverfahren habe auch niemand Einspruch dagegen erhoben, heißt es von Samtgemeinde und Landkreis. Eigentlich hatte die Bürgerenergiegenossenschaft Schaumburg (BEnGSHG) gehofft, dass dort vier weitere Anlagen errichtet werden können. „Wir haben von Anfang an mit acht Anlagen gerechnet“, sagt Burghard Massante, Vorstandsvorsitzender der BEnGSHG. Doch im entscheidenden Moment hat die Bundeswehr sich quer gestellt, wie er berichtet. Die Flächen nördlich der Bahn liegen offensichtlich in einem Tiefflugkorridor, der sich von West nach Ost erstreckt, deshalb konnte keine Baugenehmigung erteilt werden.

Bundeswehr habe Hoheitsrecht wahrgenommen

Sieben Jahre habe der Prozess von der Planung bis zum Bau in Anspruch genommen. „Ganz zum Schluss, als alles fertig war, kam die Bundeswehr“ und habe ihr Hoheitsrecht wahrgenommen. Die BEnGSHG habe sich bemüht, nach Lösungen zu suchen. „Die Bundeswehr ist eine Behörde, die wir nicht einschätzen können“, sagt Massante trotz „vieler Recherchen“. Mal habe er es mit Vertretern in Köln, mal in Bonn und mal in Berlin zu tun gehabt. Weitergekommen sei er nicht, da alles sehr geheim gehalten werde. „Die Bundeswehr bleibt ein Staat im Staate“, ist seine Erfahrung. Auch bei den Behörden im Landkreis und in der Samtgemeinde hat niemand nähere Informationen. bab

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