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1000 Demonstranten gegen 180 Nazis

Protest 1000 Demonstranten gegen 180 Nazis

Mehr als 1000 Demonstranten aus dem bürgerlichen sowie linken Lager haben sich dem sogenannten Gedenkmarsch von Neonazis zum Winckler-Bad entgegengestellt. Beide Protestaktionen verliefen weitgehend friedlich, 1200 Polizeibeamten hatten die Lage zu jeder Zeit unter Kontrolle. Das Aufsehen erregendste Ereignis war eine Blockade des Zugverkehrs, weswegen ein Teil der Nazis von Haste nach Bad Nenndorf laufen musste.

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Die bürgerliche Gegendemonstration setzt sich in Bewegung.

Quelle: js

Bad Nenndorf (js). Mit entsprechender Verspätung setzte sich der braune Tross von etwa 180 Männern und Frauen in Bewegung. Aufgrund der neuen Route, die die Nazis direkt vom Bahnhof ans Winckler-Bad führte, konnten linke Gegendemonstranten den Nazi-Aufmarsch nicht erreichen und nur aus der Ferne, etwa von der Kramerstraße aus, ihre Parolen rufen. „Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda“ war dabei noch das Harmloseste, was aus den Mündern der teils vermummten Linken schallte. Die Polizei musste nicht einschreiten, Durchbruchsversuche blieben fast gänzlich aus.
Auch bei der Gegendemonstration am Morgen, organisiert von DGB und „Bad Nenndorf ist bunt“, kam es zu keinerlei Ausschreitungen. Im Gegenteil, die prall gefüllte und farbenfrohe Kundgebung an der Kurhausstraße war Ausdruck von gelebter Demokratie und Toleranz. 700 bürgerliche Demonstranten wurden gezählt.
Gewerkschaften, Vereine, Parteien und andere Organisationen hatten sich dort versammelt, um für ein „buntes Bad Nenndorf zu stehen“, wie Moderator Klaus Strempel bekräftigte. „Wir müssen aufpassen, denn die Nazis gießen alte Ideologien in neue Formen, wenn sie sich über Deutschlandfeindlichkeit beschweren oder in angeblichen Friedensbewegungen aktiv sind“, warnte Marina Jalowaja von der Jüdischen Gemeinde. Der Staat habe das Machtmonopol und müsse es auch ausüben, „um die Nazis dort hinzubringen, wo sie hingehören – in den Knast“, so Jalowaja weiter.
Auch der Rat der Stadt Bad Nenndorf und andere Politiker auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene nahmen an der Gegendemonstration teil, unter ihnen Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel und Sozialministerin Cornelia Rundt. „Wir dürfen nicht wegsehen, sondern dem braunen Sumpf entgegentreten“, so Rundt. Außerdem lobte sie den „langen Atem“ der Gegendemonstranten, die bereits seit 2006 Kundgebungen organisieren und mit verschiedenen Aktionen Nadelstiche gegen die Nazis gesetzt haben. „Dieses Lächerlichmachen hat dazu geführt, dass die Zahlen der Rechtsradikalen zunehmend zurückgegangen sind. Man sieht, dass sich Zivilcourage eben doch auszahlt“, so Rundt weiter.

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