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120 Protestler von Gegendemo ausgeschlossen

Bad Nenndorf / Polizeikessel 120 Protestler von Gegendemo ausgeschlossen

Die Zahl der Demonstranten gegen den Neonaziaufmarsch am Sonnabend hätte noch höher sein können. Den Insassen aus zwei Bussen aus Hannover und Göttingen ist die Teilnahme an den Protesten verweigert worden, berichtet Rechtsanwalt Sven Adam, der nun Klage vor dem Verwaltungsgericht erheben will.

Bad Nenndorf (tes). Mindestens 120 Personen zwischen 14 bis 46 Jahren seien von der Polizei auf einem Feld an der Horster Straße stundenlang eingekesselt worden, darunter auch 20 Mitglieder der Grünen Jugend Niedersachsen.
Es sei eine „unhaltbare Schikane, mit welchen zweifelhaften Methoden über 100 Antifaschisten gekesselt und mehrere Stunden ohne validen Grund festgehalten“ worden seien, rügt die Jugendorganisation von Bündnis 90/Grüne in einer Pressemiteilung die „übertriebene Härte“ gegen die Protestler. Die Gruppe war auf dem Weg vom Gymnasium zur DGB-Demo an der Polizeisperre gestoppt und mit anderen Gegendemonstranten eingezingelt worden. Warum, blieb lange unklar.
Erst auf Nachfrage habe die Polizei mitgeteilt, Auslöser sei eine Person gewesen, die dazu aufgefordert habe, Kontrollstellen zu umlaufen, erklärt der Göttinger Anwalt Adam. Das erfülle keinen Tatbestand und rechtfertige nicht, mehr als 120 Menschen stundenlang einzukesseln. „Das war ein bunt zusammengewürfelter friedlicher Haufen, kein Block von Autonomen“, betont der Jurist.
Menschlich geärgert habe ihn, dass die Polizei nur einen Versorgungswagen geschickt habe, um die eigenen Kräfte zu versorgen. Die Durstigen im Kessel mussten zusehen. „Das ist perfide“, berichtet er von Bad Nenndorfern, die den meist jungen Leuten helfen wollten, und von Sanitätern, die vergeblich darum baten, Wasser bringen zu dürfen. „Wegen des Umdefinierens seitens der Polizei von einem Kessel zu einer Kontrollstelle ist die Verpflichtung weggefallen, Versorgung bereitzustellen, sodass die Gruppe bei 30 Grad bis zu fünf Stunden ohne ausreichend Wasser, Sonnenschutz und Toiletten ausharren musste“, wird auch in der Mitteilung der Grünen Jugend die „rechtliche Grundlage“ der Maßnahme bezweifelt.
„Dieser Kessel war völlig unverständlich für uns“, bestätigt deren Sprecherin Lara Jil Dreyer. „Zumal einige von uns Einladungen zu privaten Feiern an der Bahnhofsstraße hatten.“ Die Polizei habe zwar angeboten, dass die Jugendlichen nach einer selektiven Taschenkontrolle in kleinen Gruppen freiwillig umkehren können. „Aber wir sind nach Bad Nenndorf gefahren, um den friedlichen Protest zu unterstützen“, erklärt sie.
Vielen sei in der prallen Sonne schwindelig geworden, einige litten unter Kreislaufproblemen. Erst als eine Anwältin der Grünen mit der Polizei gesprochen habe, seien schleppend kleine Gruppen herausgelassen worden.

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