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215 Flüchtlinge für die Kurstadt

Informationsabend in Bad Nenndorf 215 Flüchtlinge für die Kurstadt

Mehr als 500 Zuhörer hat die Informationsveranstaltung zu den geplanten Flüchtlingsheimen am Mittwochabend in das Forum des Gymnasiums Bad Nenndorf gezogen.

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Die Aula des Gymnasiums ist voll besetzt, nicht alle Zuhörer können sitzen.

Quelle: rg

Bad Nenndorf. Die zweite Zahl des Abends: 215 Asylbewerber sollen in die ehemalige Kurklinik Schaumburg und in das einstige Seniorenheim am Harrenhorst einziehen.

 Landrat Jörg Farr strich einen entscheidenden Vorteil der beiden Objekte heraus: Dort gibt es zahlreiche Zimmer mit vorhandenem Mobiliar und intakten Sanitäranlagen. Samtgemeindebürgermeister Mike Schmidt ergänzte mit Verweis auf die andernorts nötige Unterbringung von Flüchtlingen in Turnhallen: Die beiden großen Leerstände nicht zu nutzen, wäre schlichtweg undenkbar. Zumal Sporthallen für die Öffentlichkeit gesperrt werden müssten.

 Die Wohnungen in den beiden Bad Nenndorfer Einrichtungen sollen – wie auch zur Zeit des dortigen Pflege- beziehungsweise Rehabetriebs – Einzelpersonen beherbergen. Dafür seien die Räume ausgelegt. 90 Flüchtlinge ziehen den Plänen zufolge in das ehemalige Paulus-Praetorius-Stift am Harrenhorst ein, bis zu 125 sollen es in der Ex-Kurklinik sein. Damit seien beide Gebäude bei Weitem nicht voll, betonte der Landrat.

 Die Objekte mietet der Landkreis an. Wie lange die Klinik als Heim genutzt wird, ließ der Erste Kreisrat Klaus Heimann offen. Für das Heim am Harrenhorst nannte er einen Zeitraum von maximal zwei Jahren. Die Verträge mit den Eigentümern seien noch nicht geschlossen, so Heimann. Auf mehrere Fragen danach, wer von der Vermietung der Gebäude profitiere, antwortete Heimann: die Sparkasse. Er sah in der Fragestellung eine Wertung. Der Haster Eike Loos schloss sich an: Der Begriff Profit beinhalte eine Tendenz. Loos geißelte auch die Andeutungen von Zuhörern, die in alleinstehenden Flüchtlingen ein Gefährdungspotenzial sahen, als ungerechtfertigte Pauschalisierungen. Dies unterstützten weitere Zuhörer.

 Awo-Chefin Heidemarie Hanauske fügte hinzu, dass nach Bad Nenndorf nicht nur Einzelpersonen kommen. Auch Familien könnten – dann eben separat – in den beiden großen Unterkünften wohnen. Die einzeln hier eintreffenden Asylbewerber seien auch nicht zwingend alleinstehend, deren Familien aber oft noch auf der Flucht. Diese zögen später nach.

 Bislang hat die Polizei in Bad Nenndorf keinen Anstieg der Kriminalität durch den Flüchtlingszuzug festgestellt. Offen ist nach den Worten des Kommissariatsleiters, Michael-Andreas Meier, ob in den beiden Sammelunterkünften in Bad Nenndorf private Sicherheitsdienste tätig sein werden. Heimann zufolge soll es in den Gebäuden aber zumindest einen Hausmeister geben.

 Kritische und unterstützende Worte hielten sich in etwa die Waage. Gleich zu Beginn hatte ein Mann mit Schirmmütze und Sonnenbrille für Aufhorchen gesorgt. „Wir dürfen unsere eigene Armut und unsere eigenen Hartz-IV-Empfänger nicht vergessen“, mahnte der Redner. Dieser erntete dafür Applaus von einem Teil der Zuhörer – der größere Teil quittierte den Satz und den Beifall mit vernehmlichem Raunen. gus

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