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Ab 2020 drohen 850.000 Euro Miese

Bad Nenndorf Ab 2020 drohen 850.000 Euro Miese

Sparen, aber mit Augenmaß: Dies ist Konsens bei der Diskussion über den Jahresbericht der Kurbetriebe gewesen.

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Die Pflege der sanierten Kurparkanlagen ist verpflichtend für die Stadt – die Kosten sind unvermeidbar.

Quelle: gus

Bad Nenndorf. Werner Gueffroy, Mitarbeiter des Unternehmens Wibera, das den Jahresbericht 2013 erstellt hat, erläuterte das Zahlenwerk, das einen Verlust von 385.000 Euro ausweist. Er machte aber wenig Hoffnung auf positivere Ergebnisse.

 Das Konstrukt ist durchaus kompliziert. Ein Beispiel: Der Betrieb gewerblicher Art (BgA) tilgt ein Darlehen, das die Stadt erteilt hat, mit jährlich 100.000 Euro und zahlt dafür auch 2,5 Prozent Zinsen. Dies erhöht den Zinsaufwand des BgA, der aber wiederum Jahr für Jahr einen Zuschuss der Stadt erhält. 1,5 Millionen Euro an unverrechneten Investitionszuschüssen standen zum Stichtag 31. Dezember 2013 zu Buche. Andererseits ist ein Sondervermögen angehäuft worden.

 Knackpunkt sind die peu à peu wegfallenden Landeszuschüsse (wir berichteten). Bis 2016 erhält die Stadt noch jährlich 500.000 Euro vom Land, von 2016 bis 2019 noch 400.000 Euro. Ab 2020 fließt aus der Teilkommunalisierung kein Geld vom Land mehr nach Bad Nenndorf. Der BgA bleibt dauerhaft defizitär, der Kurbetrieb arbeitet nicht kostendeckend, lautete das Fazit Gueffroys.

 Der Wibera-Experte attestierte auch, dass die sonstigen Haupteinnahmequellen – Fremdenverkehrs- und Kurbeitrag sowie Mieten – kaum Spielraum nach oben haben, weil die Gebäude des Betriebs beispielsweise großteils vermietet sind. Der Wibera-Bericht prognostiziert daher auch steigende Verluste in der BgA-Bilanz, 2017 sind es demnach 451.000 Euro.

 Auf Nachfrage von Erich Thies (CDU) sagte Gueffroy, dass sich die ab 2020 komplett wegfallenden Landeszuschüsse in vollem Umfang auf der Verlustseite wiederfinden werden. Dann dürften es also mindestens 850.000 Euro Miese pro Jahr sein. Und die Stadt zahlt ohnehin bereits jetzt einen sechsstelligen Verlustausgleich per anno.

 Bernd Zimmermann (WGN) strich heraus, dass künftig noch genauer geprüft werden muss, welche Aufgaben die Kur- und Tourismusgesellschaft (KurT) übernehmen kann. Ziel müsse es sein, dass die KurT sich mit ihren Einnahmen selbst trägt. „Wie schieben wir die KurT zurecht für die Zeit, wenn keine Zuschüsse mehr da sind?“, formulierte Zimmermann seine Kernfrage. Dieser Weg werde aus dem BgA noch längst kein Ertrag schaffendes Unternehmen machen, aber die KurT sei der einzige Bereich, bei dem die Stadt den Hebel wirksam ansetzen könne. Dem pflichtete Frank Wiegel (beratendes Mitglied) bei.

 Die Ausschussvorsitzende Cornelia Jäger (CDU) sagte, Zimmermanns Vorschlag sei gut, allerdings solle darüber später diskutiert werden. Auch Heinrich Bremer, Amtsleiter Zentrale Dienste, schlug vor, dies bei den Haushaltsberatungen zu machen. Ein radikaler Sparkurs schwebt Bremer nicht vor, denn es gehe auch darum, Bad Nenndorf „nach außen besser darzustellen“.

 Die Kuranlagen müssten gepflegt werden, dies koste zwangsläufig Geld, eine „schwarze Null“ sei niemals angenommen worden. Bis 2004 habe die Stadt erhebliche Summen an den damaligen Kur- und Verkehrsverein gezahlt. Rechne man diese Zahlen mit dem jetzigen BgA-Defizit auf, falle der Unterschied „gar nicht so groß“ aus.

 Zudem kündigte Bremer an, dass das Darlehen der Stadt in 2014 abgelöst werden soll. Ein Vorschlag aus der Verwaltung dazu werde den Gremien noch unterbreitet. Dann fielen die 100.000 Euro an jährlicher Tilgung und die Zinsbelastung weg. gus

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