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Angst vor Schüssen am Feld

Jäger schießen auf Rabenkrähen Angst vor Schüssen am Feld

Mehrere Schüsse haben eine Spaziergängerin mächtig erschreckt, als sie gerade ihre Morgenrunde nahe der Biogasanlage in Bad Nenndorf drehte. Jäger hatten sich mit Tarnkleidung und -netz im Gebüsch nahe der Kreuzung, die in Richtung Haste und Hohnhorstführt, versteckt und auf einen Schwarm Rabenkrähen geschossen.

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Aus diesem Gebüsch heraus sind die Schüsse auf den Krähenschwarm gefallen.

Quelle: AR

BAD NENNDORF. „Ich dachte, hier passiert etwas ganz Schlimmes“, erzählte die Hundehalterin, die namentlich nicht genannt werden möchte, den SN. „Die müssen mich doch gesehen haben“, sagt die Spaziergängerin fassungslos. Sie sei so unter Schock gewesen, dass sie die Männer nicht angesprochen habe. Auf dem langen Wirtschaftsweg sind Personen eigentlich weithin zu sehen. Zuerst hätte sie nach eigenen Angaben nicht gewagt, sich zu bewegen. Auch um ihren Hund habe sie sich große Sorgen gemacht, weil sie vorher seinen Ball geworfen habe und er deshalb nicht angeleint gewesen sei.

Ein unheimlicher Anblick

Einer der beiden Männer habe dann das Tarnnetz angehoben und einen erschossenen Vogel zu sich geholt. „Die an-deren Krähen haben alle wie in Schockstarre auf dem Stoppelfeld gesessen“, erinnert sie sich. Das sei ein richtig unheimlicher Anblick gewesen. Wie in Trance sei sie nach Hause gelaufen. Auch ihrem Vierbeiner habe sie angemerkt, dass er verstört gewesen sei. Nachdem die Frau sich wieder beruhigt hatte, rief sie die Polizei an und erfuhr, dass seitens der Jäger alles rechtens gelaufen sein soll. Dies bestätigte die Polizei auch gegenüber den SN.

„Ich sehe dort viele Kinder, die morgens mit dem Fahrrad in Richtung Gymnasium fahren, und Pendler, die mit dem Rad in Richtung des Bahnhofs in Haste unterwegs sind“, sagt sie und wundert sich, dass jemand dort morgens um kurz nach sieben Uhr eine Jagd veranstalten darf.

Auf dem Land kann es auch mal knallen

Dirk Kruse, Jagdpächter dieses Reviers, kann die Verunsicherung verstehen, sagt jedoch: „Wenn man auf dem Land lebt, kann es auch mal knallen.“ Er selbst sei nicht dort gewesen, sondern hatte einen Begehungsschein für den Sohn seines Mitpächters und einen seiner Freunde ausgestellt. „Die beiden haben mein absolutes Vertrauen. Das muss eine Verknüpfung dummer Zufälle gewesen sein“, sagt Kruse.

Jäger seien umsichtig und versicherten sich immer mehrfach, dass niemand in der Nähe ist. Nachts gegen halb vier werden die Stände aufgebaut, und es werde nur in der Dämmerung geschossen. Leider werde oft vergessen, dass Jäger nicht nur das Recht zur Jagd hätten, sondern auch die Pflicht. An der Biogasanlage sitzen in der Regel etwa 700 bis 800 Krähen, erklärt Kruse. Um an den Mais zu kommen, hacken sie auf der Plane herum. Wenn diese zerstört wird, müsse er als Jagdpächter für den Schaden aufkommen.

„Krähen sind sehr schlau“

Dafür gebe es auch keine Versicherung. Also wird in Abständen mit Schrot auf die Rabenkrähen geschossen, um sie zu vergrämen. Dann sei für ungefähr vier Wochen Ruhe. „Krähen sind sehr schlau“, erzählt Kruse. Nach seinen Angaben erkennen die Tiere alles wieder, was mit der Jagd zusammenhängt. Deshalb werde nichts aufgestellt, dass auf den Jagdstandort hinweist.

Auch Uwe Homeyer, Leiter des Hegerings Nord, bestätigte Kruses Ausführungen. Seit dem 1. August ist Jagdzeit. Bis zum 20. Februar dürfen Rabenkrähen und Elstern gejagt werden. Wirtschaftswege seien primär als Zufahrten für die Landwirtschaft gedacht und zählten zum Jagdbezirk. ar

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