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Bad Nenndorf Annäherungsversuche an Rodenberg
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Annäherungsversuche an Rodenberg
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12:43 19.02.2018
Wolfgang Kalesse ist zufrieden mit dem ersten Entenessen in seiner Ägide als CDU-Chef. Quelle: gus
BAD NENNDORF/HORSTEN

Es gebe durchaus Anknüpfungspunkte, bei denen Gespräche zwischen beiden CDU-Ortsvereine ansetzen könnten. Nicht alles ist positiv, was über die Rodenberger CDU berichtet wird, sagte Kalesse mit Blickrichtung zu den aus der Deisterstadt angereisten Christdemokraten. Aber dies lasse sich wohl besser beurteilen, wenn Vertreter beider Orte miteinander sprechen.

Außerdem legten thematische Aspekte eine Zusammenarbeit nahe. Da wäre der in beiden Städten ablehnend bewertete B65-Ausbau, aber auch die angeschobene Kommunalfusion zwischen Lindhorst, Nenndorf und Sachsenhagen, bei der Rodenberg wohl außen vor bleibt.

Eine thematische Verquickung sah auch Bad Nenndorfs Bürgermeisterin, Marlies Matthias. Doch ansonsten setzte sie zu einem – wenn auch charmanten – Konfrontationskurs an: Bad Nenndorf sei besser in der Spur als Rodenberg. Dies leitete sie aus der qualitativ hochwertigen Kinderbetreuungssituation und der starken Vermarktung von Gewerbeflächen in der Kurstadt ab. Außerdem sei die Infrastruktur besser, weil es in Bad Nenndorf beispielsweise einen Kurpark, eine Therme und ein Kino gibt.

Der anhaltende Sinkflug der Bundes-SPD bereitete Matthias Sorgen. Sie betonte, dass sich die Zusammenarbeit mit den hiesigen Sozialdemokraten ausgesprochen positiv gestalte.

Der Bundestagsabgeordnete Maik Beermann hatte zunächst auch die Rodenberger Delegation im Blick: An die Adresse des in 2017 aus der CDU ausgetretenen Stephan Lotz richtete er das Angebot, doch bald wieder zurück zu kommen.

Aus dem Bundestag berichtete Beermann, dass der Zungenschlag mit dem Einzug der AfD ein anderer geworden ist. Es würden häufiger Tabus gebrochen, was den Umgang mit der rechtspopulistischen Fraktion erschwere – er selbst wolle nicht daran teilhaben, verbale Entgleisungen salonfähig zu machen. Einer Minderheitsregierung erteilte Beermann eine weitgehende Absage. Den Sinn des SPD-Mitgliederentscheids über die Große Koalition zog er in Zweifel.

Ein wenig Bammel hatte Kalesse im Vorfeld des ersten Entenessens unter seiner Regie schon, wie der Stadtverbands-Chef einräumte. Denn anfangs seien die Zusagen nur tröpfchenweise eingetrudelt. Doch am Freitag kamen 80 Gäste in den Schaumburger Hof, wo kein Platz frei blieb. Er sagte zu, die Traditionsveranstaltung weiterzuführen, wofür ihm seine Vorgängerin, Bürgermeisterin Matthias, dankte. gus