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Auf den Spuren eines großen Künstlers

Malerei in Nenndorf Auf den Spuren eines großen Künstlers

Max Beckmann gilt als einer der bedeutendsten deutschen Künstler des 20. Jahrhunderts. Seine Werke sind zum Teil mit mehreren Millionen Euro dotiert. In seiner frühen Schaffensphase verbrachte er einige Zeit in Berlin und Paris, um dort zu malen. 1910 allerdings machte er für seine Kunst noch an einem anderen Ort Station: in der Kurstadt Bad Nenndorf. Sein Gemälde einer hellen Nenndorfer Landschaft ist noch heute erhalten.

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1910 malt Max Beckmann das Bild einer Nenndorfer Landschaft. Erst einige Jahre später wendet er sich dem Expressionismus zu. pr.

Bad Nenndorf.  Galeristin Anne Park aus dem ostfriesischen Leer, die ein großes persönliches Interesse an den Werken und am Leben von Beckmann hegt, hat sich auf „Spurensuche“ begeben und folgt den Stationen des Künstlers, um auf zusätzliche Informationen und vielleicht sogar auf weitere, vergessene Werke zu stoßen. Denn da Beckmanns Schaffen in der NS-Zeit als „entartete Kunst“ galt und er bald systematisch boykottiert wurde, verließ er Deutschland 1937 für immer. Viele seiner Werke und Aufzeichnungen aus der Zeit davor wurden während des Krieges zerstört oder gingen verloren.

Dass Beckmanns Aufenthalt in der Kurstadt überhaupt überliefert ist, sei daher schon außergewöhnlich, erzählt Park. Tatsächlich ist dieser aber fest verbrieft – anhand seines Werkverzeichnisses, Tagebucheinträgen sowie aus Gesprächen, die Park mit der Enkelin des Künstlers geführt hat. Demnach soll er im Sommer 1910 zum Malen auf Wangeroge und in Bad Nenndorf gewesen sein – und zwar zusammen mit dem Maler Wilhelm Giese (1889-1945), einem Studienfreund aus Weimar und Paten von Beckmanns Sohn.

Was Park an diesem Abschnitt in Beckmanns Leben so fasziniert, ist, dass aufgrund der wenigen Informationen nicht bekannt ist, warum er ausgerechnet dort Station gemacht hat. So habe er sich zwar in einigen deutschen Städten aufgehalten, aber selten zu einem wirklichen Malaufenthalt wie dem in Bad Nenndorf.

Maler, Grafiker und Autor

Max Carl Friedrich Beckmann wird am 12. Februar 1884 in Leipzig geboren. Anfangs ein Vertreter des Impressionismus, wird er mit 26 Jahren das jüngste Mitglied der Berliner Secession. Später, um die Zeit des Ersten Weltkriegs, wird sein Schaffen expressionistisch. In der Zeit des Nationalsozialismus muss er 1937 nach Amsterdam fliehen. 1947 reist er weiter in die USA, wo er 1950 stirbt. Beckmann arbeitet als Maler, Grafiker, Bildhauer, Autor und Hochschullehrer. Berühmt sind unter anderem seine Portraits sowie seine zehn Tryptichen. kle

Recherchen in der Kurstadt brachten für Anne Park jedoch bislang keine neuen Erkenntnisse. Wo Max Beckmann damals untergekommen war oder ob sogar noch weitere Zeichnungen oder Gemälde von seiner Reise existieren, konnte sie bislang nicht herausfinden. Nun hofft sie, dass es vielleicht den einen oder anderen Bad Nenndorfer gibt, der in seinem persönlichen Archiv oder auf dem Dachboden noch Dokumente aus Großmutters Zeiten hat, die entsprechendes Material enthalten könnten. Gleiches gilt für mögliche Schriften oder Bilder von Beckmanns Freund Wilhelm Giese.

Wer möglicherweise solche Dokumente zuhause besitzt oder Hinweise auf den Aufenthaltsort von Beckmann im Jahr 1910 in Bad Nenndorf hat, kann sich mit Anne Park per E-Mail an friedhelm@park.net sowie per Telefon unter (04 91) 6 10 01 oder (04 91) 32 63 in Verbindung setzen. kle

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