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Bad Nenndorf / Bau

„Auf diese Steine können Sie bauen“


Der Grundstein für ein neues Zuhause mitten im Zentrum ist für 82 pflegebedürftige Bewohner gelegt. Die Gesellschaft für soziale Aufgaben (GESA) aus Goslar bereitet mit dem Neubau auf dem Gelände der ehemaligen Tennisplätze an der Bahnhofstraße den Umzug des Pflegeheims „Florali“ vor.

Kenneth Woods und Bernd Wille versenken die Hülse mit den Zeugnissen der Gegenwart im Betonbett. © bab

Bad Nenndorf (bab). Geschäftsführer Kenneth Woods will Ende 2012 das „neueste und modernste“ Pflegeheim in Bad Nenndorf unter dem Namen APE (Alten- und Pflegeeinrichtung) „Im Zentrum“ eröffnen.

Die GESA-Tochtergesellschaft „AP Real Estate“ ist die erste Investorin, die im Baugebiet „Westlich Kurpark“ der Volksbank in Schaumburg ihre Zelte aufschlägt. Auf ihrem 4160 Quadratmeter großen Grundstück baut sie ein Alten- und Pflegeheim mit 82 Einzelzimmern und „großzügiger freier Architektur“, die genau auf die Bedürfnisse der Bewohner angepasst sein soll.

„‚Florali‘ hat erkennen müssen, dass die Zeit des Gebäudes um ist“, sagte Woods bei der Grundsteinlegung mit Vertretern aus Rat und Verwaltung, Geschäftspartnern und ausführenden Firmen über das alte Domizil an der Kramerstraße. Der Geschäftsführer freut sich zudem, dass die Einrichtung damit noch näher ans Zentrum direkt an den Kurpark rückt. „Mehrere Millionen“, investiert GESA in den Bau, der neben Altenpflege eine eigene Station für die Aufnahme Pflegefälle jüngeren Alters „Young Care“ schaffen will.

Zusammen mit Bernd Wille, Geschäftsführer der gleichnamigen Baubetreuungsfirma aus Lindhorst, bestückte Woods eine Kupferhülse mit Zeugnissen der Gegenwart. Geldstücke und -scheine, eine aktuelle Ausgabe der Schaumburger Nachrichten, Baubeschreibungen zum Gebäude und sogar ein Computer-Stick mit den wesentlichen Daten waren darunter. Nach alter Tradition wurde die Urne verschlossen und ruht nun im ersten Betonbett unter dem künftigen Gebäude.

In früheren Zeiten nannten die Nenndorfer das Gebiet „Teufelsdreck“, wie der stellvertretende Bürgermeister der Stadt, Werner Tatge, berichtete, weil dort einst die Schwefelquellen zutage getreten seien. Doch bei der Bezeichnung der künftigen Straße hat die Stadt lieber auf die alte Flurbezeichnung verzichtet und sich für Carl-Thon-Straße entschieden.

Dass Satan längst gewichen ist, symbolisiert auch ein Kreuz, dass Bauherr und -betreuer „ganz bewusst“ der Grundstein-Hülse beigefügt haben. „Auf diese Steine können Sie bauen“, zitierte Pastorin Anette Sieling angesichts der christlichen Grundlage einen ganz weltlichen Werbeslogan und begleitete die Grundsteinlegung mit kirchlichem Segen.

Die Bad Nenndorfer Akteure sind sich mit der Theologin einig, dass die Betreuung der älteren und schwächeren Menschen eines der wichtigsten Aufgaben der Gesellschaft ist. In der Kurstadt (ohne Ortsteile) ist laut Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese jeder vierte Bürger (27 Prozent) älter als 70 Jahre.

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