Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Auftakt zur Gegendemo in Bad Nenndorf

Warnen, nicht drohen Auftakt zur Gegendemo in Bad Nenndorf

„Wahre Kraft braucht keinen Lärm, sie ist nur da und wirkt“ - mit diesem Zitat Albert Schweitzers hat Pastor Achim Schultz-Waßmuth am Sonnabendmorgen den ökumenischen Gottesdienst an der Kurmuschel eröffnet. - Alle Neuigkeiten auf www.sn-online.de/ticker

Voriger Artikel
Farbenprächtig
Nächster Artikel
Linke legen Zug lahm

Bischof Martin Schindehütte predigt in der Musikmuschel.

Quelle: gus

Bad Nenndorf. . Die bunte Vielfalt des Lebens setze Bad Nenndorf dem Radikalen entgegen.

Blieb diese bunte Vielfalt zahlenmäßig anfangs noch etwas hinter den Erwartungen zurück, füllten sich die freien Plätze vor und unter dem Hamburger Dach im Laufe des Gottesdienstes. Außerdem wohnte viel Prominenz der Zeremonie bei, unter anderem waren Umweltminister Stefan Wenzel, der Bundestagsabgeordnete Maik Beermann und die Landtagsabgeordneten Karsten Becker und Klaus-Peter Bachmann sowie Polizeiinspektionsleiter Frank Kreykenbohm gekommen, dazu zahlreiche Lokalpolitiker und Verwaltungsvertreter.

Abseits der Kurmuschel war von dem bevorstehenden Neonazi-Aufmarsch am Morgen noch wenig zu spüren. Nur wenige Polizeikontrollen und Absperrungen gab es im Ortsgebiet. Die Sicherheitskräfte zeigten auch im Kurpark vorerst vergleichsweise wenig Präsenz, sodass die Besucher ungestört zur Auftaktveranstaltung gelangten.

„Sie stehen nicht nur einfach dagegen sondern zeigen positiv auf, was zu einem gelingenden Leben dazu gehört“, sagte Prediger Martin Schindehütte, früherer Auslandsbischof der Evangelischen Kirche Deutschlands. Ein gelingendes Leben setze die Befolgung der Worte aus der Bergpredigt voraus. Von den Neonazis werden diese Worte mit Füßen getreten. Es gelte, dem ein „Wehe“ entgegenzusetzen, allerdings kein drohendes, sondern ein warnendes „Wehe“.

Gewalt wende sich schlussendlich immer gegen den, der sie ausübt, und sei ein Teufelskreis, der schwer zu durchbrechen sei – und bestimmt nicht mit Gegengewalt. Mit fröhlichem Gesang und buntem Schmuck sei der gewaltverherrlichenden Ideologie der Nazis gegenüberzutreten. „So verwandeln wir das Wehe in ein Wohl“, sagte Schindehütte. Der Bischof warnte davor, Leid und Schwäche zu verachten, dies sei ein grundsätzliches Problem der modernen Gesellschaft. „Wohl denen, die ein Herz haben für das Schwache in uns“, fügte Schindehütte hinzu.

In diesem Sinne folgte das Lied „Hevenu shalom alechum“ (Wir wünschen Frieden Euch allen). Im Gebet erinnerte Dechant Joachim Wingert an die Gräuel in der Geschichte der Menschheit, wobei Kinder Gottes Leid erfahren mussten. gus

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg