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„Aus Kurhaus machen, was es verdient“

Bad Nenndorf / Bürgerentscheid „Aus Kurhaus machen, was es verdient“

Zwischen Skepsis und Aufbruchsstimmung – so lässt sich die Gemütslage in der Bad Nenndorfer Politik am Tag eins nach dem Bürgerentscheid pro Kurhaus-Sanierung umschreiben. Die Sprecher der SPD- und der CDU-Ratsfraktionen äußerten Hoffnung auf einen Konsens, bei der WGN herrschte Jubelstimmung.

Bad Nenndorf. „Ein super Ergebnis“, lautete der erste Kommentar von WGN/Finsterle-Sprecher Frank Steen. Er setze darauf, dass jetzt alle Beteiligten vernünftig miteinander arbeiten, um einen Konsens zu finden und „aus dem Kurhaus das zu machen, was es verdient“.

CDU-Fraktionsvorsitzende Cornelia Jäger sagte, die Union werde das Votum akzeptieren und an einer Zukunftslösung mitarbeiten. Sie sei von der Deutlichkeit des Ergebnisses etwas überrascht, hoffe aber, dass die Bürger mit dem, was nun folgen werde, auch in den kommenden 30 Jahren leben können. Es sei zudem noch nicht final geklärt, welche Sanierungsvariante umzusetzen ist, zumal es vom Planungsbüro pm auch eine Sanierungsoption mit Verwaltungsumzug in das Kurhaus gebe.

Sie wolle jetzt aber „kein Hickhack um jedes Komma“, es müsse auch vorangehen mit dem Kurhaus. Ein bezahlbarer Konsens sei das Ziel, und diesen zu finden, dafür sei „jede Menge Zeit“.

So sieht es auch Steen, der in der WGN/Finsterle-Fraktion darauf hinwirken will, dass nicht auf jeder Kleinigkeit der bisherigen Sanierungspläne beharrt wird. „Wir müssen auf einen gewissen Grundnenner kommen“, so Steen.

Das sieht im Groben auch SPD-Fraktions-Chef Volker Busse so, doch er hat große Vorbehalte. „Auf Bad Nenndorf kommt etwas zu, das nicht absehbar ist“, meint Busse und bezieht dies auf die Kosten. Er sei fest davon überzeugt, dass die Sanierung deutlich teurer wird als bisher veranschlagt (zwischen 5,93 und 6,8 Millionen Euro). Seine Fraktion wollte sich am Montagabend zusammensetzen und über das Ergebnis des Bürgerentscheids diskutieren. Vorher könne er nur als Einzelperson sprechen.
Busse und Jäger sprachen sich dafür aus, den im Oktober eingebrachten Vorschlag eines Projektplaners jetzt mit geänderter Prämisse, sprich: Sanierung statt Abriss/Neubau, beizubehalten. Ein Fachmann müsse sich mit dem Kurhaus befassen und die Zahlen noch einmal durchrechnen. In Busses Augen ist auch das Thema Städtebauförderung noch nicht vollends durchdacht. Zudem müsse sich ein Experte früh mit den Bedürfnissen potenzieller Mieter eines sanierten Kurhauses beschäftigen. Jäger betonte wie Steen das hochwertige Umfeld des Kurhauses. Auf dieses müsste die Sanierung zugeschnitten werden.

Dass viel Verhandlungsspielraum existiert, glaubt Busse indes nicht. Er widerspricht dem Experten des Vereins für Demokratie Niedersachsen-Bremen, Dirk Schumacher, der gegenüber dieser Zeitung erklärt hatte, dass das Bürgervotum die Stadt nicht zur strikten Umsetzung des pm-Sanierungsplans zwingt. Busse interpretiert den Entscheid strikter und geht von wenig Verhandlungsmasse aus. Was die Stadt aber nicht bezahlen könne, das sei auch nicht umsetzbar. gus

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