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Bad Nenndorf Auschwitz-Überlebende beeindruckt Zuhörer
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Auschwitz-Überlebende beeindruckt Zuhörer
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00:21 19.09.2018
Winfried Wingert bedankt sich bei Bejanaro mit einem Schal von „Bad Nenndorf ist bunt“. Ihr Sohn Joram freut sich ebenfalls. Quelle: ar
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Bad Nenndorf

Mit ihrer lebensbejahenden Ausstrahlung hat Esther Bejarano gemeinsam mit der Microphone Mafia im Gymnasium Bad Nenndorf (GBN) ihr Publikum begeistert und zutiefst beeindruckt.

93-Jährige erntet donnernden Applaus

Die Auschwitz-Überlebende, Antifaschistin und Sängerin las auf Einladung der Jüdischen Gemeinde, des Bündnisses Bad Nenndorf ist bunt und der Schule im Forum aus ihrem Buch „Erinnerungen“ und rappte mit den beiden Musikern. Immer wieder kam es zu donnerndem Applaus für die 93-Jährige.

Schulleiterin Irmtraud Gratza-Lüthen begrüßte Bejarano als „großartige Künstlerin und Kämpferin gegen den Antisemitismus“. Winfried Wingert, Vorsitzender von Bad Nenndorf ist bunt, führte aus, dass bewusst der 15. September als Veranstaltungstag gewählt worden sei: es handele sich um den Internationalen Tag der Demokratie.

Die aktuellen Ereignisse in Chemnitz zeigten, dass diese nicht selbstverständlich sei. Auch Marina Jalowaja von der Jüdischen Gemeinde der Kurstadt erklärte, der Antisemitismus lebe überall in Europa wieder auf und Aufklärung über den Holocaust sei nach wie vor wichtig.

Durch Musik den Nazis entkommen

Während Bejarano aus ihrem Buch las, breitete sich eine beklemmende Atmosphäre im aus allen Nähten platzenden Forum aus. Als Glück bezeichnete die zierliche Frau den Umstand, dass sie durch ihre Musikalität zunächst dem schweren Arbeitsdienst und später auch den Nazis entkommen sei.

Betroffen lauschten die Zuhörer den Ausführungen der Autorin und spendeten mit stehenden Ovationen umso kräftiger Beifall, als die Auschwitz-Überlebende mit einem Bericht über ihre Befreiung endete.

Regelrecht gefeiert wurde die 1,47 Meter kleine Sängerin, als sie mit ihrem Sohn Joram (Gitarre) und Kuthu Yurtseven (Gesang) danach leidenschaftlich rappte. In ihren Stücken verpackten die drei jedoch nicht nur Kritik.

Sie riefen zu Menschlichkeit, Herzenswärme und Frohsinn auf und sorgten so für einen emotionsgeladenen, manchmal sogar beschwingten Abend mit ulkigen Einlagen. Mit einem Banner „Nie wieder Krieg“ beendeten die Künstler ihren Auftritt und wurden erneut mit stehenden Ovationen und riesigem Beifall belohnt.

von Andrea Riekena

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