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„Bad Nenndorf ist bunt“ kritisiert Polizei

Nach Nazi-Aufmarsch „Bad Nenndorf ist bunt“ kritisiert Polizei

Ein zwiespältiges Fazit hat das Bündnis „Bad Nenndorf ist bunt“ zum Protest gegen den Nazi-Aufmarsch 2015 gezogen. Zufrieden sind die Verantwortlichen mit dem Verlauf ihrer Aktionen, Kritik übten sie am Umgang der Polizei mit den Blockierern am Bahnhof. Der Rückgang der Teilnehmerzahl aufseiten der Neonazis hat sich nach Ansicht der BNiB-Sprecher verlangsamt.

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Die Blockade am Bahnhof wurde von den Polizisten auf handfeste Wiese beendet.

Quelle: gus

Bad Nenndorf. DGB-Regionssekretär Steffen Holz hat eine bessere Kommunikation mit der Polizei in Bezug auf die Demonstration des bürgerlichen Lagers registriert. Die meisten Absprachen seien eingehalten worden. Nur ein Kritikpunkt: Der Zeitpunkt für die Treffen der Teilnehmer an den Privatfeiern auf der Partymeile wurde kurzfristig von 13 auf 12.15 Uhr vorverlegt, obwohl der Naziaufmarsch sich um zwei Stunden verzögerte.

Dies habe dazu geführt, dass bei der Abschlusskundgebung einige Redner kaum noch Zuhörer vorfanden. „Das ist ein Punkt, den wir beim nächsten Mal gern ändern würden“, sagte Jürgen Uebel, Vorsitzender von BNiB. Die Teilnehmerzahl schätzt das Bündnis auf mindestens 800, die Polizei hatte 700 bürgerliche Demonstranten gezählt.

Gar nicht einverstanden ist BNiB mit der Art und Weise, wie die Zugblockade aufgelöst wurde. Dabei seien den linken Aktivisten die Arme und Köpfe verdreht worden, Gliedmaßen von Weggegtragenen schleiften auf dem Boden, und zum Wegtragen von Frauen wurden männliche Einsatzkräfte eingesetzt. Vorstandsmitglied Thomas Winkler kritisierte darüber hinaus den Einsatz von Hunden ohne Maulkorb und von Pferden, die in eine Gruppe geritten seien.

„Das war nicht in Ordnung so“, betonte Winkler. Denn insgeheim freuten sich auch viele andere Demonstranten, wenn es den Linken gelingt, die Nazis aufzuhalten. Selbst Politiker im bürgerlichen Protestzug hätten bei den Durchsagen, dass Linke die Nazis am Bahnhof ausbremsen, applaudiert.

Uebel fügte hinzu, dass die Blockade auch den „Spendenlauf“ der Organisation Exit verlängert hat, sodass mehr Geld für Präventionsarbeit zusammenkam. „Diese jungen Menschen zeigen Mut“, lobte Winkler.

Die Zahl von immerhin noch 180 Neonazis bewertet das Bündnis als nach wie vor besorgniserregend. Einerseits seien es erneut weniger, der Rückgang aber nur gering gewesen. 2014 waren 195 gezählt worden. Uebel hat einen harten Kern von etwa 90 „Stammgästen“ ausgemacht, der Rest werde vor allem aus Ostdeutschland rekrutiert. Die reine Zahl sei aber auch nicht der springende Punkt. Es gehe vielmehr um das Gift, dass die Rechten überall verbreiten. Angesichts der Flüchtlingsdebatte sei dies momentan umso gefährlicher. Auch deshalb freut sich BNiB über die breite politische Rückendeckung, die es mittlerweile erfährt. gus

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