Bad Nenndorf (rwe). Das Unternehmen hat nach der 700 000 Euro teuren Einrichtung der Neurologie vor drei Jahren nach eigenen Angaben weitere 1,6 Millionen Euro in die Hand genommen, um das „Haus 4“ den modernen Standards entsprechend barrierefrei herzurichten.
Bei laufendem Betrieb wurden 52 Zimmer auf ein Niveau gebracht, das mit dem in Privatkliniken vergleichbar sei, sagt Geschäftsführer Jörg Kienast. „Das stammt alles aus eigenen Mitteln“, schießt er eine kleine Spitze in Richtung Rheumaklinik. Dort trägt das Land die millionenschweren Investitionen aus Steuermitteln, während die Mitbewerber vom Berg die zusätzlichen Ausgaben vorher erwirtschaften müssen. Kienast: „Wir haben keinen Gesellschafter, der mal eben zehn Millionen Euro überweist.“
In jedem der durchgehend behindertengerechten Einzelzimmer auf den vier Etagen ließ die Klinik das Bad erneuern und die Balkone sanieren. Die Umgebung der Patienten ist hell und geräumig. Auch die Flure wurden renoviert. Dazu galt es, den weiter gestiegenen Auflagen beim Brandschutz gerecht zu werden.
„Ein Neubau wäre möglicherweise besser gewesen“, weiß Kienast heute. Viele Mängel seien erst später beim Eingriff in die mehr als 30 Jahre alte Bausubstanz aufgetaucht. Mittlerweile habe die Klinik fast nur noch Einzelzimmer. 250 sind es bei insgesamt 280 Betten. Dabei ließe sich das Programm nur schrittweise umsetzen, da Kienast und sein Kollege Horst Schiller keine Station schließen wollten.
Um den Umbau des Hauses kommen sie nicht herum. Die Klientel wird laut Kienast immer älter und auch gebrechlicher. Dazu gesellen sich vermehrt Patienten aus der Anschlussheilbehandlung und Rehabilitation nach Hüft- und Knieoperationen, deren Bewegungsfreiheit ebenfalls stark eingeschränkt ist. Die durchgängige Barrierefreiheit in der Klinik ermögliche es, mehr der Patienten aufzunehmen, „die wir in Zukunft erwarten“, sagt Kienast.
SN-Online.de Anmeldung
