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Bauhof transportiert Agnes-Miegel-Stele aus dem Kurpark

Abgang einer (Reiz-)Figur Bauhof transportiert Agnes-Miegel-Stele aus dem Kurpark

Agnes Miegel ist fort – am Ende ist es doch schneller gegangen als erwartet: Nachdem die Stadt in der vergangenen Woche noch den 12. Februar als Stichtag für den Abtransport genannt hatte, rückte der Bauhof nun bereits am Dienstag an, um die Stele der umstrittenen Dichterin aus dem Kurpark zu entfernen.

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Agnes’ Abschiedstour: Der Gabelstapler setzt an und hebt die tonnenschwere Last von ihrem Platz im Kurpark.

Quelle: gus

Bad Nenndorf. So zäh ihre Anhänger um den Verbleib der Stele gerungen hatten, so zäh widersetzte sich die (Reiz-)Figur ihrem Abtransport. Bereits um 9 Uhr waren Mitarbeiter des Bauhofs am Werk, um zunächst die Buchsbäume und die Steine zu entfernen, die das Areal unterhalb des Schlösschens zierten. Eine Betonplatte musste ebenfalls zertrümmert werden.

 Doch mit einem Seil ließ sich die Bronze-Statue nicht von ihrem Platz bewegen – dazu war sie zu schwer. Die Bauhof-Mitarbeiter hatten Sorge, das Eigentum der Agnes-Miegel-Gesellschaft zu beschädigen. Möglicherweise wäre der Kopf abgerissen.

 Mitsamt ihrem steinernen Sockel bewegten die Arbeiter die Stele schließlich von dem Platz, an dem sie knapp neun Jahre gestanden hatte, weg. Die Figur vom Unterbau zu lösen, wäre extrem aufwendig gewesen, außerdem will die Miegel-Gesellschaft die Skulptur am einstigen Wohnhaus der Dichterin wieder genau so postieren, wie gehabt.

 Deshalb transportierten die Bauhof-Mitarbeiter zunächst auch erst einmal die Buchsbäume und die Steine sowie die Schale, die das Denkmal geziert hatte, zum neuen Standort. Dann fuhr ein Gabelstapler vor, hob die Stele an und bugsierte sie auf die Ladefläche eines Kleinlastwagens. Etwas mehr als eine Tonne wog das Konstrukt nach Schätzung der Arbeiter.

 Die vorerst „letzte Reise“ der Miegel-Figur führte über Liesallee, Buchenallee, Kurhausstraße und Bahnhofstraße zum Agnes-Miegel-Platz. Dort setzte der Bauhof sie per Gabelstapler an den Rand des Grundstücks hinter dem Agnes-Miegel-Haus, wo die Dichterin gewohnt hatte, nachdem sie im Zweiten Weltkrieg aus Ostpreußen vertrieben worden war. Knapp 70 Jahre später findet ihr Abbild also an gleicher Stelle „Asyl“. Bevor das Denkmal aber dauerhaft aufgestellt wird, soll zunächst einmal das Stein- und Buchs-Ensemble wieder zusammengesetzt werden.

 Protest sahen sich die Abreiter während der bis zum Mittag dauernden Prozedur nicht ausgesetzt. Doch eine junge Frau kommentierte das Geschehen mit gemischten Gefühlen. Sie war gekommen, um die Stele am alten Ort zu fotografieren und erwischte zufällig den Tag des Abtransports. Sie sei weder für die eine noch für die andere Seite in der Diskussion um Miegel. Doch Unliebsames einfach aus dem Weg zu schaffen, das könne sie nicht gutheißen.

 Wie dem auch sei: An der verwaisten Stelle beim Schlösschen soll im Frühjahr Rasen gesät werden.gus

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