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Baumfrevel oder gerechtfertigter Rückschnitt?

Bad Nenndorf / Nabu ärgert sich über gefällte Bäume Baumfrevel oder gerechtfertigter Rückschnitt?

Der Nenndorfer Nabu ärgert sich über den radikalen Grünschnitt an einer Anpflanzung in der Nähe der Lehmkuhle in Horsten. An dem Wäldchen sind Anfang Februar auch ältere Bäume mit großem Stammdurchmesser der Säge zum Opfer gefallen.

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Abgesägt: Weil unter ihnen eine Gasleitung verläuft, hat der Bauhof mehrere Bäume an einem Wäldchen in der Nähe der Lehmkuhle gefällt.

Quelle: kcg

Bad Nenndorf (kcg). Nach Auskunft der Stadt wurden Bäume und Sträucher vom Bauhof als Vorbereitung der Grabenräumung zurückgeschnitten. Für den Nabu ist das kein Grund für einen derart massiven Kahlschlag. Nabu-Vorsitzender Torben Preuß fragt sich: „Waren Holzdiebe am Werk?“

 Preuß schüttelt immer wieder den Kopf, wenn er die abgesägten Baumstümpfe betrachtet. An dem kleinen Wäldchen in der Horster Feldmark seien Hecken, Sträucher und junge Bäume geschnitten, aber auch dicke Kastanien, Eichen, Birken und Buchen gefällt worden. „Mit einer Grabenräumung kann das nichts zu tun haben“, erklärt der Naturschützer, schließlich seien auch Bäume betroffen, die mehrere Meter vom Graben entfernt oder sogar auf der anderen Seite des Biotops stehen. Seine Vermutung: Dort hat jemand den Grünschnitt durch den Bauhof als Tarnung genutzt, um Brennholz zu sägen.

 Die Aussage eines Bürgers bestätigt Preuß’ Verdacht. Der Bürger habe an einem Sonnabend – einen Tag nach dem Grünschnitt durch den Bauhof – Männer dabei beobachtet, wie sie Reste einer Birke von der Straße räumten. Unter den Männern soll ein Mitarbeiter des Bauhofes gewesen sein.

 Von einem Holzdiebstahl habe er keine Kenntnis, erklärt Stadtdirektor Bernd Reese. Er selbst habe den Rückschnitt durch den Bauhof auf Anregung der Jagdgenossenschaft veranlasst. Da der Bauhof wohl etwas mehr als unbedingt notwenig weggeschnitten habe, habe er mit dem Landkreis einen Ortstermin vereinbart. Kreismitarbeiter Ulrich Tack vom Amt für Naturschutz bestätigt Reeses Angaben. Der Bad Nenndorfer Verwaltungs-Chef habe sich für den massiven Rückschnitt entschuldigt.

 Beim Ortstermin im März habe der Bauhof dann sein Vorgehen erläutert: In der Grabenböschung verlaufe eine Gasleitung, die großen Bäume am Graben hätten daher gefällt werden müssen, berichtet Tack. Der Bauhof habe lediglich einen formalen Fehler begangen, da er keinen Antrag auf die Baumfällungen gestellt habe. Bäume, deren Stammumfang mehr als 60 Zentimeter beträgt, dürfen gemäß der Baum- und Heckenschutzverordnung des Landkreises nur mit Genehmigung gefällt werden. Das Freischneiden an der Ackerseite sei aber im Rahmen der Pflege zulässig gewesen.

 Für den Ersatz der Bäume ist indes gesorgt. Nach Auskunft Tacks ist mit der Stadt vereinbart, sechs neue Bäume zu pflanzen – drei innerhalb des Wäldchens und drei in der Horster Feldmark.

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