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Baustelle fordert ihren Tribut

Beinahe-Schließung an der Bahnhofstraße Baustelle fordert ihren Tribut

Autofahrer kostet die Baustelle an der Bahnhofstraße schon einige Nerven. Tamara Haupt, Betreiberin der „Blumenfee“, hätte sie nun beinahe ihr Geschäft gekostet.

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Auf der Bahnhofstraße geht es derzeit wieder etwas ruhiger zu. Trotzdem macht die Baustelle den ansässigen Händlern zu schaffen.

Quelle: kle

Bad Nenndorf. Der Termin zur Schließung stand bereits fest, zum 1. Februar sollte eigentlich Schluss sein. Nur dank einer Einigung mit ihrem Vermieter kann Haupt ihren Laden nun doch weiterführen.

Nachdem sie ihre Schließung bei der Stadtverwaltung angekündigt hatte, habe diese ihr zumindest angeboten, für die Zeit der Baustelle übergangsweise in freie Räume des Kurhauses zu ziehen, erzählt sie. „Das kam für mich aber leider kaum infrage.“ Denn zur Verfügung stand entweder ein 100-Quadratmeter-Bereich, der zu groß und ebenso zu teuer gewesen wäre, oder ein Raum von rund 20 Quadratmetern ohne eigene Toilette.

Trotzdem ist sie froh über das Angebot der Stadt, sei sie doch infolgedessen mit ihrem Vermieter ins Gespräch gekommen und habe mit ihm eine gemeinsame Lösung gefunden. Die „Blumenfee“ bleibt der Bahnhofstraße also weiterhin erhalten. Von Zufriedenheit kann bei Haupt allerdings keine Rede sein. Sie stört sich weiterhin vor allem an dem Umstand, dass statt einer Einbahnstraßen- die beidseitige Lösung für die Sanierung gewählt wurde. Eine Einbahnstraße wäre sinnvoller und planbarer gewesen, glaubt sie, und ihre Seite der Straße wäre nur die Hälfte der Zeit in Bearbeitung gewesen.

Zugleich hake es in ihren Augen an der ganzen Organisation. Die Bushaltestelle sei mal da, mal wieder nicht. Trotz gleicher Straßenbreite kämen die Ampeln mal zum Einsatz, mal wieder nicht. „Und bei mir wollten sie sogar eine Laterne mitten in die Einfahrt stellen“, beklagt sie. Insgesamt stimme es dort einfach vorne und hinten nicht.
Bei Feierabendverkehr sei die Situation absolut unerträglich, „da stehen zum Teil 35 Autos hintereinander an der Ampel“. Und da die Sanierung beidseitig erfolge, sei die Straße auch beidseitig kaputt. Viele Fahrer nutzten sie deshalb überhaupt nicht mehr.

Wie es für sie in Zukunft weitergeht, weiß Tamara Haupt deshalb noch nicht. Und damit ist sie nicht die Einzige. Auch andere Geschäftsleute haben mit den Folgen der Baustelle zu kämpfen, die das Bild an der Bahnhofstraße noch für viele Monate bestimmen wird. Mehrere haben sich nach Angaben von Haupt deshalb bereits in Form einer Unterschriftensammlung dafür eingesetzt, dass der Initiator der beidseitigen Sanierung sich aus den Bauarbeiten heraushalten solle. kle

 

Schuldzuweisungen helfen niemandem

Dass Baustellen, so nötig sie auch sind, immer mindestens ein Ärgernis, für Gewerbetreibende im schlimmsten Fall sogar das Aus bedeuten können, ist eine traurige Tatsache. Ebenso traurig sind im Falle der Bahnhofstraße allerdings die Anfeindungen und Schuldzuweisungen unter den Händlern.
Wo es Schwierigkeiten gibt, wird immer gerne nach einem Schuldigen gesucht. Wohl, weil das leichter ist, als sich damit abzufinden, dass es für manche Probleme keine einfachen Lösungen gibt.

Der Gedanke, dass die Situation bei einer Einbahnstraße einfacher geworden wäre, ist jedenfalls ein Luftschloss. Kein Autofahrer wäre dann je freiwillig Richtung Innenstadt gefahren – nicht bei den Umwegen, die er für den Rückweg hätte in Kauf nehmen müssen. So wären die Kunden erst recht ausgeblieben – und zwar nicht nur an der Bahnhofstraße, sondern ebenso in der Fußgängerzone.

Ja, wechselnde Bushaltestellen und Ampelschaltungen sind ärgerlich. Und ja, die Bahnhofstraße ist eine Rumpelpiste. Trotzdem bleibt die zweispurige Lösung am Ende sicherlich die bessere Option. Nur heißt besser in diesem Falle nicht ohne alle Probleme. Geschäftsleute werden immer unter Baustellen zu leiden haben, was schlimm genug ist. Die Suche nach einem Sündenbock aber hilft dabei niemandem.

Von Kathrin Klette

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