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Bedenken im Rat zur Kurhaussanierung

Bad Nenndorf Bedenken im Rat zur Kurhaussanierung

Alles, was bisher zum Kurhaus in Bad Nenndorf diskutiert worden ist, hat der Stadtrat nun auf Null gestellt: Das gesamte Sanierungskonzept und alle Alternativen sollen erneut durchleuchtet werden. Erstmals wurde nun auch öffentlich die Gesamtsumme von 7,3 Millionen Euro Sanierungskosten genannt.

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Quelle: Archiv

Bad Nenndorf. Das sind rund eine halbe Million Euro mehr als zur Zeit des Bürgerentscheids angenommen worden waren. Nur die WGN plädierte nach wie vor für die Sanierung gemäß der vorliegenden Pläne.

Erich Thies (CDU) betonte: Der Rat dürfe nicht nur den im Bürgerentscheid geäußerten Mehrheitswillen im Auge haben, sondern auch die Wirtschaftlichkeit. Daher wünschte er sich Aussagen dazu, wie viel Fläche vom Kurhaus jetzt bereits sicher langfristig vermietet ist.

Die drei medizinischen Praxen wollen laut Stadtdirektor Mike Schmidt auch in der Zeit nach der Sanierung bleiben. Es gebe zudem weitere Interessenten, beispielsweise eine Anwaltskanzlei und einen Gastronomen aus Lauenau, der ein Restaurant und einen Laden eröffnen will. Mit der Labor-Union laufen die Verhandlungen noch.

Jährliches Minus von 4000 Euro

Bei 7,3 Millionen Euro Sanierungskosten, entstünde der Stadt ein jährliches Minus von 4000 Euro – allerdings auch nur bei 100 Prozent vermieteter Fläche. Strittig blieb, ob die Kundenparkplätze der Praxen und Geschäfte in die Gesamtsumme der Modernisierung hineingehören. Im neuen Plan tauchen sie im Unterschied zu den Vorentwürfen auf. Der Brandschutz – auch für den Kursaal – ist im jetzigen Papier berücksichtigt.

Die CDU beantragte in einer Tischvorlage unter anderem, dass die Verwaltung die rechtlichen Konsequenzen prüft, sollte der Bürgerentscheid nicht umgesetzt werden. Auch die Förderbedingungen eines Neubaus soll die Verwaltung ausloten. Die CDU hält einen Neubau mit einem externen Investor nach wie vor für sinnvoll. Sprecherin Cornelia Jäger deutete in der Sitzung auch den Umzug des Rathauses an die Stelle des Kurhauses an. Heinrich Steding (CDU) betonte: „Die Sanierung in der Form ist gescheitert.“ Jäger bemängelte zudem, dass bei einem solchen Millionenprojekt vom Planungsbüro pm nicht der Komplettaustausch der 55 Jahre alten Heizungsrohre vorgesehen ist. Die CDU-Sprecherin ging von einem jährlichen Defizit von 50.000 Euro aus.

Fragliche Kostenansätze im jetzigen Zahlenwerk

WGN-Sprecher Bernd Zimmermann unterstrich die architektonische Bedeutung des Kurhauses. Dessen Schöpfer, Ernst Zinsser, habe viele bedeutende Gebäude errichten lassen. Im jetzigen Zahlenwerk stünden zudem mehrere fragliche Kostenansätze, sodass das jährliche Minus von 4000 Euro auch als „schwarze Null“ interpretierbar ist. Dem widersprach Kämmerer Frank Behrens: Er habe als Betriebswirt erhebliche Bedenken hinsichtlich der Kurhaussanierung.

Nach Meinung Michael Kosians (WGN) resultiert die jetzige Kostensteigerung aus der Aufnahme der Außenbereiche in die Rechnung. Die Bedenken der CDU hinsichtlich der Heizungsrohre konterte der WGN-Ratsherr: Gehe man so an die Sache heran, „müssten sämtliche Gebäude in Alt-Nenndorf abgerissen werden“. Heike Beiersdorfer (WGN) kritisierte die zu gering bemessenen Mietpreise.

Ralph Tegtmeier (SPD) sagte, die SPD sei nie für den Abriss gewesen. Unglücklich sei aber, dass die WGN jetzt den Zahlen des Planungsbüros misstraut. Die vorliegenden Informationen reichten der SPD jetzt nicht aus, um eine Entscheidung zu fällen. gus

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