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Bad Nenndorf Zweite Bürgerinitiative in den Startlöchern?
Schaumburg Nenndorf Bad Nenndorf Zweite Bürgerinitiative in den Startlöchern?
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00:18 12.11.2018
Bad Nenndorf

Bei der Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative (BI) Lebenswertes Bad Nenndorf wurde darüber spekuliert, dass die Sparkasse in Schaumburg ein Baugebiet westlich des Hohefelds entwickeln will. Dieses Gerücht wurde von der Sparkasse nicht bestätigt.

Nach jener Versammlung taten sich Anwohner des Hinteren und Vorderen Hohefelds zusammen, um ihre Bedenken zu formulieren. „Uns ist bewusst, dass es in der Samtgemeinde beziehungsweise der Stadt weiteres Bauland geben muss. Dagegen wollen wir uns nicht sperren. Das Problem darf jedoch nicht einfach nur von A nach B verschoben werden“, schreiben die Anwohner.

Anwohner haben Lärm, Schmutz und Baustellenverkehr satt

Sie führen als Begründung unter anderem aus, dass die Bewohner seit etwa zehn Jahren mit wenigen Unterbrechungen durch Baulärm, Bauschmutz und erhöhtes Verkehrsaufkommen belastet werden. Als Ansprechpartner sind auf dem Faltblatt die Familien Preuß und Bierbrauer aufgeführt. SPD-Ratsherr Torben Preuß formulierte seine Kritikpunkte darüber hinaus in einem separaten Schreiben an diese Zeitung (siehe Kasten).

Anderer Meinung scheint sein Parteigenosse Ralph Tegtmeier zu sein. „Es gibt in Bad Nenndorf aus städtebaulicher Sicht Grundstücke, die eher in Fragen kommen als die Flächen der Volksbank, über die wir heute sprechen“, hatte der SPD-Ratsherr während der Versammlung der BI gesagt. Beispielsweise würde sich die Fläche westlich des Hohefelds „eher einfügen“ als das Gebiet Westlich Peser. Tegtmeier wohnt im Baugebiet Auf dem Lay, Preuß im Hohefeld. Das Baugebiet Westlich Peser würde an Auf dem Lay angrenzen.

Weder Westlich Peser noch Westlich Hohefeld bislang in der offiziellen politischen Debatte

Ob die ganze Aufregung begründet ist, ist indes noch unklar. Stadtdirektor Mike Schmidt sprach zwar davon, dass rund um Bad Nenndorf Gespräche mit mehreren potenziellen Investoren geführt werden – unter anderem tritt die Stadt selbst als möglicher Interessent auf. Nichts davon ist bislang jedoch spruchreif. Auch das Baugebiet Westlich Peser, das die Volksbank ausweisen will, ist noch gar nicht in die politische Diskussion eingetreten. göt

Ratsherr fordert zur Suche nach Alternativen auf

Torben Preuß, SPD-Ratsherr und Anwohner des Hinteren Hohefelds, konstatiert in einem Schreiben an diese Zeitung, dass die Bewohner der Baugebiete „gegeneinander ausgespielt“ werden – also diejenigen am westlichen Ortsrand nördlich der Nenndorfer Straße und diejenigen südlich davon.

„Aufgrund der gegründeten Bürgerinitiative Lebenswertes Bad Nenndorf sollen nun die Bewohner des Vorderen und Hinteren Hohefeldes dem Bauboom zum Opfer fallen“, schreibt er. Vergessen werde dabei die Natur. An der Stelle werde wertvolles Ackerland versiegelt.

Die Ausweisung großer neuer Bauflächen habe außerdem negative Folgen auf die Altersverteilung, da auf einen Schlag viele Menschen in der Phase der Familiengründung in die Kurstadt kommen. „Dieser kurzfristig sehr hohe Bedarf an Betreuungsplätzen ist für die Gemeinde viel schwieriger zu decken, als der gleichmäßige Bedarf bei langsamem Wachstum oder relativ konstanter Einwohnerzahl“, so Preuß.

Auch der Verkehr in Bad Nenndorf würde deutlich zunehmen, was sich einerseits gefährlich auf den Rad- und Fußgängerverkehr auswirken würde – insbesondere für die Kinder. Andererseits werde auch der Lärmpegel steigen, unter dem Anwohner ohnehin schon litten. „Alternativen sollten gesucht werden“, fordert Preuß. Er führt die ehemalige Möbelfabrik auf dem Harms-Gelände an, deren Bebauungsplan schon seit Jahrzehnten eine Belegung mit Reihenhäusern vorsehe. göt