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Blasse Kugeln an „falschem Hasen“

Farbkugeln ohne Strahlkraft Blasse Kugeln an „falschem Hasen“

Sie sollten Farbtupfer sein. Doch die bunten Plastikkugeln an den vier sandsteinfarbenen Stelen in der Innenstadt haben schnell an Strahlkraft eingebüßt.

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War ’mal knallrot: Kugel am Rechenschieber.gus

Bad Nenndorf. Dass die verblassten Bällchen noch immer nicht ersetzt wurden, hat einen simplen Grund: Niemand kennt eine wirklich gute Lösung.

 Über ihren Sinn rätseln Beobachter schon, seit die Kugeln montiert worden sind. Im Dezember 2012 war das. Kaum jemand, der an der Diskussion um die Innenstadtplanung nicht mitgewirkt hatte, konnte sich einen Reim darauf machen – ein Indiz dafür, dass sich die Intention des Planers Rainer Hobigk nicht zwingend jedem erschließt.

 Das an ein Rechenhilfsmittel namens Abakus erinnernde Element soll einerseits verdeutlichen, dass dort die Geschäftszeile beginnt, also der Bereich, in dem die Kunden nachrechnen müssen, was sie ausgeben wollen beziehungsweise, ob sie genug Geld im Portemonnaie haben. Oder zumindest auf dem Konto. Außerdem wurde an Kinder und deren Drang zum Spielen gedacht.

 Nicht berücksichtigt haben die Planer, dass das Material dauerhaft der Witterung ausgesetzt ist und schnell an Farbe verliert. Wo vor gut drei Jahren Rot war, ist jetzt Rosa, das einst knallige Gelb erinnert mittlerweile eher an ein schüchternes Dunkelweiß und so weiter.

 Zu denjenigen, die sich Gedanken über das trostlose Bild machen, gehört Ratsfrau Rosemarie Börner. Sie brachte den Sandstein-Experten Peter Lechelt ins Spiel. Der Künstler könne doch das Innere der Stelen neu gestalten – idealerweise mit Sandsteinkugeln, die länger Farbe bekennen als die Plastikteile.

 Doch Lechelt winkt nicht nur ab, er räumt auch noch mit einer landläufigen Fehlannahme auf: Die Stelen bestehen gar nicht aus Sandstein, sondern wurden künstlich aus einem Gemisch geformt. Soll heißen: Die farbarmen Abakusse stecken zu allem Überfluss auch noch in einer Art „falschem Hasen“.

 Lechelt hat sich das Problem zwar genauer angeschaut, ist aber zu dem Entschluss gekommen, die Finger davon zu lassen. Nicht, weil Künstler mit dem Rechenschieber generell auf Kriegsfuß stehen, vielmehr möchte der Bildhauer nicht am Entwurf eines anderen Künstlers herumfuhrwerken. „Viele Köche verderben den Brei“, meint er. Erst recht bei „falschem Hasen“. Darüber hinaus sieht er in der Aufgabe eher Arbeit für einen Steinmetz, nicht für einen Künstler.

 Stadtdirektor Mike Schmidt hätte es gern gesehen, wenn Lechelt zumindest einen Lösungsansatz gefunden hätte. Denn danach suchen Bauamt, Politiker und andere Mitstreiter bereits seit geraumer Zeit. gus

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